Weltall

Ein Wächter im Weltraum

Er soll vom Weltraum aus die Erde beobachten und jede Menge Daten sammeln. Zum Beispiel darüber, wie gut es unseren Pflanzen geht. Mitte Juni soll der Satellit Sentinel 2a starten.

Foto: ESA,ATG medialab / dpa

„Klar ist man aufgeregt“, sagt Nils Sparwasser. So ein Satelliten-Start ist immer etwas Besonderes: Klappt mit der Rakete alles? Kommt der Satellit gut im Weltraum an? Das sei jedes Mal spannend, sagt Nils Sparwasser. Er ist Fachmann für Satelliten und arbeitet im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Bald ist für Experten wie Nils Sparwasser wieder ein aufregender Tag. Denn Mitte Juni 2015 soll ein neuer Satellit starten: der Sentinel 2a. Der Name stammt aus dem Englischen. Übersetzt heißt er so viel wie Wächter.

„Der Satellit soll eine Art Umwelt-Wächter sein“, sagt Nils Sparwasser. Er soll vom Weltraum aus die Erde beobachten und wichtige Daten sammeln. Zum Beispiel über Pflanzen, die auf der Erde wachsen: Wo gibt es welche Bäume? Wie gut geht es denen? Wo wird welches Getreide angebaut?

Bunte Farben aus dem Weltall

Der Satellit ist ein optischer Satellit. „Das bedeutet, er ist so eine Art fliegende Kamera“, verrät der Experte. Aber Fotos, wie wir sie kennen, schießt der Satellit keine. Er macht spezielle Bilder, nämlich von gespiegeltem Sonnenlicht. Wenn Licht auf eine bestimmte Oberfläche trifft, passiert Folgendes: Ein Teil des Lichts wird absorbiert. Es wird sozusagen verschluckt. Der andere Teil wird zurückgespiegelt. Dieses gespiegelte Licht nimmt der Satellit auf. Man kann es später auf den Aufnahmen in bunten Farben erkennen. Es gibt etwa unterschiedliche Rot-Töne.

Die Farbe verrät den Forschern zum Beispiel etwas darüber, wie gut es einem Wald geht. Ein leuchtendes Rot bedeutet: Den Bäumen geht es super! Denn in ihren Blättern ist viel von einem besonderen Stoff. Er heißt Chlorophyll. Die Pflanzen brauchen ihn, um mit Sonnenlicht Zucker herstellen zu können. Zucker gibt den Pflanzen Energie.

Schnelle Hilfe für Wälder möglich

Ist in den Blättern viel von diesem Stoff enthalten, können sie auch viel Licht aufnehmen und bekommen viel Energie. Ist das so, wird nur ein kleiner Teil des Lichts zurückgeworfen und die Bilder des Satelliten sind dunkelrot. Ist das Rot allerdings blass, ist es vielleicht zu trocken. Oder die Bäume sind von einem Schädling befallen. Auch dann enthalten sie nicht mehr so viel Chlorophyll.

Das alles soll der Satellit aufnehmen. Erkennen die Forscher auf den Bildern, dass es einem Wald schlecht geht, können sie sofort beginnen, dem Wald zu helfen.

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