Trööt, trööt! Für die Narren und Jecken hat die wichtigste Zeit begonnen. Für sie dreht sich bis zum Dienstag alles nur noch um Karneval, Fasching oder Fastnacht. In vielen Orten ziehen die Leute verkleidet durch die Straßen, machen Späße und feiern ausgelassen. Besonders verrückt geht es im Westen Deutschlands zu.

Städte wie Köln, Düsseldorf oder Mainz sind für ihre großen Umzüge bekannt. Aber auch in Wasungen in Thüringen geht die Post ab. Wasungen liegt etwa in der Mitte Deutschlands. Weltberühmt sind auch der exotische Karneval in Rio de Janeiro in Brasilien und die wunderbaren Maskeraden in Venedig.

Karneval-Fans reisen in diese Orte, um die geschmückten Wagen vom Straßenrand aus zu sehen oder die fantasievollen Kostüme zu bewundern. Und auch um die Bonbons zu erhaschen, die bei den Umzügen von den Wagen geschmissen werden.

Es gibt aber auch Orte in Deutschland, in denen weniger oder gar nicht gefeiert wird. In Berlin zum Beispiel wird es in diesem Jahr keinen Karnevalsumzug durch die Innenstadt geben, weil keiner das bezahlen wollte. Dafür wird an Pfingsten hier der große Karneval der Kulturen mit einem prächtigen Umzug gefeiert, der wenig mit der alten christlichen Tradition zu tun hat und für den die Hauptstadt inzwischen berühmt ist.

Kinder-Karneval am Wochenende

Berliner Narren können aber dieser Tage trotzdem ihren Spaß haben. Auch hier gibt es ein Prinzenpaar und Karnevalsfeste. Für Kinder gibt es zum Beispiel am Sonnabend, 1. März, den Kinder-Karneval im Flusspferdhaus im Zoo. Um 13 Uhr geht es dort los – wer sich verkleidet, sollte im Tierkostüm kommen. Tierkostüme sind unter den Karnevalisten in diesem Jahr besonders beliebt.

Kinder, die lieber als Märchenfigur, Prinzessin oder Hexe feiern wollen, sind mit der ganzen Familie im FEZ-Berlin an der Wuhlheide richtig, dort wird am Sonnabend und Sonntag mit einem großen Programm Familienfasching gefeiert. Das Motto: „Räuber, Hexen, Fabelwesen“. Wer noch kein Kostüm hat, kann sich dort etwas zusammenbasteln. (Sbd. 13-19 und So. 12–18 Uhr, Eintritt 3 Euro, Familien 10 Euro)

Einmal über die Stränge schlagen

Die närrische Woche beginnt traditionell mit der Weiberfastnacht an einem Donnerstag, 2014 am 27. Februar. Vor allem Männer im Rheinland im Westen Deutschlands müssen sich dann vor wilden Frauen in Acht nehmen. Dort stürmen die Närrinnen die Rathäuser. Außerdem schneiden sie Männern gern die Schlipse ab. Sie zeigen damit, dass sie an diesem Tag das Sagen haben.

Höhepunkt des bunten Treibens ist vier Tage später der Rosenmontag. Letzter Tag des Karnevals ist der Dienstag. Ein Tag später, am Aschermittwoch, ist dann in den meisten Orten Schluss mit lustig. Dann endet die närrische Woche. Dieses Jahr dauert die Karnevalswoche also bis zum 4. März.

Karneval und Ostern

Karneval hat viel mit dem katholischen Glauben zu tun, auch deshalb ist er in Berlin nicht so verwurzelt. Der Zeitpunkt für die närrischen Tage hängt vom Termin des Osterfestes ab. Die Karnevalswoche liegt immer sieben Wochen vor Ostern. Das hat die katholische Kirche vor Hunderten von Jahren so festgelegt. Der Faschings-Sonntag ist seitdem immer der 7. Sonntag vor Ostern. Er ist in diesem Jahr am 2. März. Ostersonntag ist also sieben Wochen später, das heißt am 20. April.

Karneval ist damit ein letztes ausgelassenes Treiben bevor am Aschermittwoch die Fastenzeit beginnt, mit der sich die Christen auf ihr wichtigstes Fest das Osterfest mit der Auferstehung Christi vorbereiten.

Der Höhepunkt des Karnevals, der Rosenmontag, hat übrigens nichts mit den Blumen zu tun, er findet ja mitten im Winter statt. Das Wort „Rosen“ kommt wahrscheinlich vom Wort „rasen“. Es bedeutet in diesem Fall so etwas wie „toben“. Der Tag könnte also auch rasender oder wilder Montag heißen.

dpa/gs