Stell Dir ein Tablet-PC vor, mit dem ein Barteam Cocktails mixt oder einen Mann, der die geheimsten Gedanken errät. Zauberei? Ist es auch. Zu erleben bei der Deutschen Meisterschaft der Zauberkunst, die bis Sonntag in Süddeutschland stattfand. Hier kürten die Magier ihre Besten in verschiedenen Kategorien. Die überzeugendste Darbietung lieferte ein junger Mann aus München: Der 19-jährige Regiestudent Luke Dimon konnte sowohl die Kategorie Manipulation, als auch den Gesamtwettbewerb für sich entscheiden.

Technische Perfektion, Originalität und Neuartigkeit waren die Kategorien, auf die die Jury Wert legte, sagte Veranstalter Andy Häussler. Er weiß wovon er spricht, denn auch er war bereits zweimal Deutscher Meister. Dimon erfüllte die Kriterien hervorragend und darf sich jetzt auch mit dem Titel „Deutscher Meister“ schmücken. Blitzschnell entzündete er Kerzen, ließ sie verschwinden, wieder auftauchen und die Farbe wechseln, während seine eisblauen Augen das Publikum fixierten.

Der magische Moment

Es gab aber auch langsame Nummern. Zauberer Max Muto entführte die Zuschauer auf eine Reise in die Welt der Fantasie, während er einen kleinen Mond an seinem persönlichen Himmel – einem Seidentuch – über die Bühne schweben ließ. Er gewann damit in der „Allgemeinen Magie mit Vortrag“ . Beide hatten sich auf das Wesentliche konzentriert – den magischen Moment. „Viele machen den Fehler und versuchen die größte Show auf die Beine zu stellen, um dann das Wichtigste zu vergessen: den Zaubertrick“, sagte Julius Frack, Weltmeister 2009 und Jurymitglied. Man dürfe sich nicht im Drumherum verlieren.

Zu staunen gab es viel: Zauberer Simon Thomas verband in einer Nummer die digitale Welt mit der magischen. So entlockte der Mentalmagier einer Zuschauerin mit einem mobilen Scanner deren Gedanken. Er speicherte sie auf einem USB-Stick, der ihm dann verriet, was die Dame gedacht hatte. Überraschend war auch der Auftritt, der „Assistentin“ von Zauberer Jean Olivier – einer Drohne. Sie flog auf die Bühne, ließ ihre LED-Lichter blinken und schickte ein Bild des Magiers live auf eine Leinwand.

Auch die Zuschauer waren Zauberer

Die rund 900 Zuschauer waren fast alle selbst Zauberer. Manch einer ist auch Mitglied des „Magischen Zirkels von Deutschland“, einem eingeschworenen Zaubererkreis. Simon Pierro ist einer ihrer Vorzeigemagier. Mehr als zehn Millionen Klicks hat er schon auf YouTube. Er war einer der ersten, der mit moderner Technik arbeitete. Seine Tricks mit iPad, iPhone und Co. machten ihn auf der ganzen Welt bekannt. Simon Pierro weiß, worauf es ankommt: „Ein Zauberer muss mit der Zeit gehen“, sagt er.

dpa/gs