Naturkatastrophe

Nach dem Taifun – wie Helfer helfen

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Foto: CHARLIE SACEDA / Reuters

Hunderttausende Philippiner haben alles verloren und viele Kinder sind in dem Chaos nach dem Wirbelsturm ganz auf sich allein gestellt.

Der Sturmvogel erreichte am Freitagmorgen Land und verwüstete die Heimat von Millionen Menschen. Sturmvogel ist der Name des Wirbelsturms, der am vergangenen Wochenende über die Philippinen zog, einem Inselstaat im Pazifik. Experten gaben ihm den chinesischen Namen „Haiyan“. Die Philippiner haben schon häufig schwere Stürme erlebt, die sie Taifune nennen. Aber so einen Super-Taifun hat es seit vielen Jahren nicht gegeben.

„Haiyan“ wurde für die Menschen in einigen Regionen zur Katastrophe. Er zerstörte Häuser, Hütten, Stromleitungen und Straßen, er machte Häfen und Flughäfen unbrauchbar und warf Schiffe aus dem Meer an Land. Es gab Überschwemmungen und unzählige Bäume stürzten um. Viele Menschen haben alles verloren, viele sind gestorben, viele sind verletzt.

Tausende Kinder sind zwischen den Trümmern völlig auf sich alleingestellt – sie brauchen dringend Schutz und Hilfe. Doch tagelang ging in der betroffenen Region gar nichts mehr. Schulen, Ämter, Krankenhäuser, Flughäfen – alles zerstört oder geschlossen. Weit mehr als eine halbe Million Menschen hatten zuvor schon ihre Häuser an der Küste verlassen, um sich in Sicherheit zu bringen.

Hilfe aus vielen Ländern der Welt

Auf der ganzen Welt versuchen nun Menschen, den Philippinern zu helfen. Privatleute spenden Geld und 36 Staaten und internationale Hilfsorganisationen haben Hilfe versprochen, auch Deutschland. Die Vereinten Nationen schätzen, dass allein für die Nothilfe 225 Millionen Euro gebraucht werden.

Was die Taifun-Opfer brauchen ist klar: Vor allem Trinkwasser und Essen aber auch Medikamente, Ärzte, und Unterkünfte. Das Problem ist: Wie bringt man das alles in die Katastrophengebiete? Straßen sind versperrt, Telefonleitungen kaputt, Flughäfen und Häfen sind kaum zu nutzen. Man kann also nicht einfach Hilfsmittel auf einen Laster packen und losfahren.

Um die Hilfe zu organisieren, versammeln sich Hilfsorganisationen aus der ganzen Welt in Manila, der Hauptstadt der Philippinen. Dort tauschen die Helfer Informationen aus und versuchen gemeinsam einen Rettungsplan zu erstellen. Jeder sagt, was er gut kann und womit er helfen könnte. Auf einer besonderen Internetseite stehen Telefonnummern, die noch funktionieren. Oder wann es Treffen gibt.

Auch Berlin schickt Zelte und Medikamente

Transporter fliegen derweil Hilfspakete und Räumfahrzeuge in die Region. Mobile Ärzteteams versuchen vor Ort, schnell zu helfen. Aus Deutschland ist zum Beispiel die Hilfsorganisation „I.S.A.R. Germany“ mit Ärzten und Sanitätern vor Ort. Sie wollen eine Art Mini-Krankenhaus aufbauen.

Das Technische Hilfswerk (THW) stellt Anlagen auf, die sauberes Trinkwasser erzeugen. Und liefert Zelte, in denen Menschen wohnen können. Das THW und das Deutsche Rote Kreuz haben in dieser Woche vom Flughafen Schönefeld ihre erste Frachtmaschine mit Hilfsgütern losgeschickt. Kommende Woche soll die nächste starten. Die Helfer haben viel zu tun.

( dpa; gs )