Einlaufkinder

Mit Bundesligist Hertha BSC im Stadion

Ein großer Tag: 22 Berliner Kinder durften mit den Spielern von Hertha BSC und Schalke 04 im Olympiastadion auflaufen. Der elfjährige Kinderreporter David erzählt, wie es war.

Foto: Marco Leipold / City-Press GbR/Marco Leipold (2)/Florian Pohl/Jan-Phillipp Burmann; dpa/Kay Nietfeld

Aufgeregt waren sie alle. Obwohl viele der Jungen und Mädchen, die beim Spiel Hertha BSC gegen den FC Schalke 04 am 2. November dabei waren, selber Fußball spielen und auch schon Spiele im Olympiastadion gesehen haben. Wie Thorben zum Beispiel, der sogar nach einem ehemaligen Herthaspieler benannt wurde, und der mit dem Schiedsrichter einlaufen durfte, oder Pia, die ein großer Hertha-Fan ist und begeistert in ihrer Schulmannschaft kickt.

Aber egal ob sie selber spielen oder nicht: Dieser Tag war wohl der aufregendste des Jahres für Luisa (7), Benedikt (7), Pia (8), Thorben (8), Paul (8), Greta (9), Timon (9), Tobias (10), Michelle (10), André (11), David (11) und die anderen Kinder, die bei der gemeinsamen Aktion der Kinderpost und der S-Bahn Berlin für dieses Spiel ausgelost worden waren. Und das Einlaufen an der Hand eines Profifußballers war der schönste Moment an diesem Tag, sagen sie alle. Auch David kennt sich mit Fußball aus. Er hat sechs Jahre lang gespielt und ist weiter ein großer Fan. Für die Kinderpost hat er aufgeschrieben, wie es für ihn war, einmal ein Einlaufkind zu sein:

Hektik bei der Anfahrt

Diesem Tag hatte ich tagelang entgegengefiebert und dann hätte ich dieses echt große Ereignis beinahe verpasst! Auf der Autobahn hatte es einen Unfall gegeben und deshalb einen Riesenstau. Obwohl wir früh losgefahren waren, war schnell klar: Ich konnte nicht rechtzeitig am Treffpunkt am Olympiastadion sein, wollte aber doch unbedingt mitmachen! Die Anfahrt war stressig. Weil die anderen Kinder dann alle schon losgegangen waren, fanden wir auch das Abholteam nicht sofort, aber mit der Hilfe der netten Security klappte es dann doch. Florian, einer der Betreuer, rannte mit mir um das halbe Olympiastadion, um dann mit mir in den Katakomben zu verschwinden. Ich musste mich dann ganz schnell umziehen, weil die anderen Einlaufkinder schon draußen im Stadion waren, wir trafen sie dann auf der 800-Meter-Bahn am Spielfeldrand.

Jubel an der Ostkurve

Winkend und Fähnchen schwingend haben wir unter dem Jubel und den Fan-Gesängen der Zuschauer eine Runde gedreht. An der berühmten Ostkurve (da dürfen nur die echten Herthaner sitzen) gab es eine Fotosession und dann durften wir hautnah den Profis beim Aufwärmen zuschauen. Wir waren ganz still und haben gestaunt. Zum Reden hatten wir keine Zeit. Weiter ging’s in den Durchlauftunnel, dort warteten wir auf die Profis und durften jeden abklatschen, bevor sie in ihrer Kabine verschwanden – wahrscheinlich zur Abschlussbesprechung. In die Kabinen durften wir leider nicht rein, aber das darf niemand.

Dann kam der Höhepunkt des Nachmittags: Wir wurden aufgestellt. Die Spieler stellten sich zu uns. Wer bei einem der Schalker stand oder bei einem Hertha-Spieler wurde im letzten Moment entschieden. Bei einigen Kindern stieg die Aufregung. Als erstes gingen die Unparteiischen aufs Spielfeld. Dann folgten wir langsam mit den Hertha-Profis.

Lächeln, winken und ab!

Ich durfte mit einem anderen Kind an der Hand von Hertha-Torwart Thomas Kraft aufs Spielfeld gehen. Der Jubel in der Arena war bombastisch laut. Es standen viele Fotografen und auch eine Kamera vor uns. Nun hieß noch einmal lächeln und winken, dann gaben uns die Spieler einen Stups auf die Schulter. Unser Zeichen wieder vom Spielfeld runter zu rennen.

Zurück in den Katakomben war die Aufregung immer noch groß. Wir freuten uns, dass alles so gut geklappt hat. Jeder bekam eine Urkunde mit Stickern, einen Pulli und ein Fähnchen geschenkt. Nach dem Umziehen liefen wir noch mal am Spielfeld vorbei und wurden dann zu unseren Eltern geführt. Auf der Tribüne in Block F verfolgten wir das Spiel unter Spannung weiter. Leider gewann Schalke 2:0 gegen Hertha. Aber bald ist ja wieder ein Spiel!