So ein Staatsbesuch ist eine anstrengende Angelegenheit, auch für die Kinder des Präsidenten der USA. Die beiden Teenager Malia (14) und Sasha (12) durften ihre Eltern Barack und Michelle Obama auf ihrer Europareise begleiten und hatten am Mittwoch genau einen Tag Zeit, sich Berlin anzuschauen. Zusammen mit ihrer Mutter Michelle, Angela Merkels Ehemann Joachim Sauer, ihrer Tante Auma und einem Haufen Bodyguards waren sie den ganzen Tag in der Stadt unterwegs.
Während Barack Obama politische Gespräche mit Bundespräsident Joachim Gauck und mit Bundeskanzlerin Angela Merkel führte und dann seine Rede am Brandenburger Tor hielt, bekamen die Mädchen eine Geschichtstour und hielten trotz der Hitze tapfer durch.
Betroffen von den Mauergeschichten
Nach dem Frühstück ging’s zum Holocaust-Mahnmal, dem Denkmal für die ermordeten Juden Europas am Brandenburger Tor, dann besichtigten sie das Mauerpanorama am Checkpoint Charlie und fuhren weiter zur Mauergedenkstätte an der Bernauer Straße. Die Geschichte der Teilung Deutschlands interessierte die Mädchen sehr, besonders, was die Mauer für das Leben der Menschen bedeutet hatte. Der Leiter der Mauergedenkstätte sagte später, dass Malia und ihre Mutter viele Fragen gestellt hätten und dass diese Geschichten Sasha ganz nachdenklich und traurig gemacht hätten.
Die Amerikanerinnen kamen mit ihrer offenen, freundlichen Art gut an. Die Mädchen sahen in ihren luftigen Tops, Skinny-Jeans und Ballerinas aus wie ganz normale Teenager. Am Abend, als ihre Eltern zum festlichen Abendessen mit Kanzlerin Merkel ins Schloss Charlottenburg fuhren, durften Sasha und Malia in den Potsdamer Platz Arcaden shoppen gehen – ohne dass alle anderen Besucher vorher raus mussten. Auf ihrer Tagestour war die Präsidentenfamilie in schwarzen Limousinen chauffiert und so streng abgeschirmt worden, dass kaum einer sie zu Gesicht bekam.
Shoppingtour zu den Ampelmännchen
Beim Besuch der Obamas galt in Berlin Sicherheitsstufe 1+, das heißt, dass alle Teile der Stadt, in denen sie sich bewegten, streng abgeschirmt und praktisch lahmgelegt waren. Barack Obama ist zwar der mächtigste Mann der Welt, doch genau deshalb ist die Angst groß, dass Terroristen einen Anschlag auf ihn oder seine Familie verüben könnten. Deshalb sind sie immer von Personenschützern begleitet, man sah bei dem Besuch viele Männer in dunklen Anzügen und mit Knopf im Ohr.
Die Mädchen waren also auch in den Arcaden nicht allein unterwegs. Dennoch war es etwas lockerer als beim offiziellen Besuchsprogramm. Sie konnten in einem Buchladen stöbern und hatten Spaß im Ampelmann-Shop. Dort haben sie ein Ampelmännchen-T-Shirt, ein Cap und Ampelmann-Schlüsselanhänger als Souvenirs gekauft. Bei ihrer Ankunft in Berlin hatten sie schon Buddy-Bären und Berlin-Shirts geschenkt bekommen. Damit können sie sich auch zu Hause in Washington an Berlin erinnern.
BM/gs

