Für viele Schüler in Berlin ist am Montag der Unterricht ausgefallen. Dort haben nämlich Lehrer gestreikt. Das heißt, sie haben nicht gearbeitet. Damit wollten sie zeigen: „Wir wollen mehr Geld.“ Viele Klassenzimmer blieben leer; Eltern mussten ihre Kinder früher aus den Ganztagsschulen abholen. Insgesamt haben an dem Tag in Berlin etwa 5000 Lehrer und Erzieher an 200 Schulen die Arbeit für einen ganzen Tag niedergelegt. Statt in die Schule zu gehen, gingen sie zu einer Demonstration auf die Straße. Lautstark forderten sie dort mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen.
Zu dem Streik hatte die Gewerkschaft GEW aufgerufen. Sie vertritt die Interessen der Menschen, die im Bildungsbereich arbeiten. Das Problem: In Berlin werden nicht alle Lehrer gleich bezahlt, obwohl sie die gleiche Arbeit machen. Um Geld zu sparen, macht das Land seit zehn Jahren seine Lehrer nicht mehr zu Beamten. Denn die können zum Beispiel nicht gekündigt werden und zahlen weniger Steuern als Angestellte. Dadurch sind die angestellten Lehrer schlechter gestellt als die verbeamteten Lehrer und verdienen weniger. Das finden die angestellten Lehrer ungerecht. Auch die Erzieher klagen darüber, dass sie immer mehr arbeiten müssen, ohne dafür auch mehr Geld zu bekommen.
Berlin war nur der Anfang
Der Streik in Berlin war nur der Anfang. In dieser Woche hatten auch Lehrer in vielen anderen Städten Warnstreiks angekündigt. Am Dienstag zeigte sich zum Beispiel in den Schulen in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern ein ähnliches Bild wie zuvor in Berlin: Stille auf den Fluren, kaum ein Geräusch - außer vielleicht das Ticken der Schuluhr. Auch hier streikten eine Menge Lehrer für mehrere Stunden. Viele Feuerwehrleute, Busfahrer und andere Landesangestellte machten bei den Warnstreiks in mehreren Bundesländern ebenfalls mit.
Die Gewerkschaften hatten in dieser Woche in ganz Deutschland zu Warnstreiks aufgerufen. Es geht um eine bessere Bezahlung für die Angestellten im öffentlichen Dienst der Länder. So nennt man es, wenn Menschen für den Staat arbeiten. Sie sind also beim Bund, bei den Bundesländern oder Städten und Gemeinden angestellt. Dazu gehören außer Lehrern und Erziehern zum Beispiel auch die Feuerwehrleute, Busfahrer und andere Berufe. Die Angestellten der Bundesländer wollen nun unter anderem mehr Lohn. Doch die Vertretung der meisten Bundesländer lehnt das bisher ab.
Am 6. März wollen die Erzieher von Schulen und städtischen Kitas in Berlin und Brandenburg erneut streiken. Auch die Lehrer wollen wieder mitmachen und Druck ausüben. Denn am 7. März beginnen die nächsten Verhandlungen ihrer Gewerkschaften mit den Bundesländern um bessere Gehälter.
gs;dpa


