Kaum ein Mord bewegte die Berliner Gemüter derart stark, wie der Mord an der Prostituierten Luise Nährlich: Die Berliner nannten den Fall „Lust-Mord“.

Der Prostituiertenmord

Es war der 25. Juli 1966 als die Leiche von Luise Nährich in der Nähe des Kongresszentrums im Tiergarten gefunden wurde. Die Prostituierte wurde erwürgt.

Kurze Zeit später machte eine Kollegin der Toten gegenüber der Berliner Polizei die Aussage, dass Luise kurz vor ihrem Tod am Savignyplatz in Charlottenburg auf der Straße gearbeitet hätte. Die Zeugin meinte, sie habe Luise in einen roten Citroen einsteigen sehen. Schließlich erstellten die Ermittler mit Hilfe der Zeugin ein Phantombild des Mannes in dem Wagen.

Hallervorden war der Hauptverdächtige

Nun kam es so, dass die BILD-Zeitung das Phantombild veröffentlichte und eine Verbindung zu dem damals 30-Jährigen Dieter Hallervorden festzustellen meinte, welcher, wie zahlreiche andere Berliner, einen roten Citroen fuhr.

Der Komödiant wurde während einer Vorstellung auf der Bühne von der Polizei wegen Mordverdachts verhaftet. Hallvorden gab zu, mit einem Wagen diesen Typs zum fraglichen Zeitpunkt am Savignyplatz gehalten und mit einer Prostituierten gesprochen zu haben, bestritt jedoch, Luise Nährlich getroffen oder gar getötet zu haben.

Nach einigen Tagen in Untersuchungshaft wurde Hallervorden dann wieder freigelassen. Nach Ansicht des Richters bestand kein dringender Tatverdacht.

Das Blatt hatte sich zugunsten Hallervordens gewendet, nachdem die Staatsanwaltschaft berechtigte Gründe hatte, an der Glaubwürdigkeit der Zeugin zu zweifeln. Die Kollegin der Toten war bis zu diesem Zeitpunkt bereits sieben Mal vorbestraft, unter anderem wegen vorsätzlicher Falschaussage. Außer der Aussage der Zeugin, gab es keine Indizien, die für die Schuld Hallervordens sprachen.

Der Ruf Hallervordens war beschädigt

Allerdings hatte Hallervorden lange Zeit mit seinem beschädigten Ruf zu kämpfen. Denn, obwohl das Verfahren ein Jahr nach dem Mord eingestellt wurde, sahen viele Berliner in dem Komiker weiterhin einen Prostituierten-Würger. Es dauerte Jahre, bis Dieter Hallervorden seinen Ruf wieder hergestellt hatte.

Der Mord an der Prostituierten Luise Nährlich ist seither unaufgeklärt.

kay