Die gesetzlichen Krankenkassen Berlins zahlen ab sofort eine Säuglings-Schluckimpfung gegen Rotaviren. Ziel sei, schwere Infektionen bei Kleinkindern zu verhindern, teilte die Kassenärztliche Vereinigung Berlin am Donnerstag mit.
Rotaviren können zu Erbrechen und Durchfall führen und zählen zu den häufigsten Ursachen für schwere Magen-Darm-Erkrankungen bei Kindern. Susanne Roßbach, Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung, sagte dazu: „Den Impfstoff gibt es bereits seit Jahren, jetzt wird die Impfung aber von den Krankenkassen als gesetzliche Standardleistung übernommen.“
Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Immunisierung gegen Rotaviren als Serie, die im Alter von sechs bis zwölf Wochen begonnen und bis zur 24. bis 32. Woche abgeschlossen sein sollte. Die Gabe mit anderen Standardimpfungen für das Säuglingsalter sei möglich, heißt es.
Nicht für ältere Kinder
Die Impfung wird für alle Kinder als sogenannte Standardimpfung empfohlen. Für gesetzlich versicherte Kinder ist sie kostenlos. Ältere Kinder können nicht mehr geimpft werden. Die Begrenzung gilt für die 24. bis 32. Woche. Laut Sprecherin Roßbach ist die Impfung gegen Rotaviren gut verträglich. Es könne natürlich in Einzelfällen zu Nebenwirkungen kommen, meist sei das dann lediglich leichter Durchfall. Extrem selten könne es jedoch auch zur Einstülpung eines Darmabschnittes und damit zur Beeinträchtigung der Darmfunktion kommen.
Auch in den vergangenen Jahren wurden Kinder bereits gegen Rotaviren geimpft. Allerdings nur dann, wenn die Eltern das angefragt haben. Sie mussten die Impfung dann entweder selbst bezahlen oder einen Antrag auf Kostenübernahme bei ihrer Krankenkasse stellen.
Von nun an werden alle Kinder im Rahmen der routinemäßigen Untersuchungen geimpft, sofern die Eltern das wünschen. Die Infektion mit Rotaviren erfolgt meist über Ausscheidungen, wobei belastete Lebensmittel oder in einigen Ländern kontaminiertes Trinkwasser eine Rolle spielen können. Bei klinisch relevanten Durchfallerkrankungen sind Rotaviren mit einem Anteil von 35 bis 52 Prozent vertreten.


