Für viele sind es vier freie Tage, an denen in diesem Jahr auch das Wetter mitspielt. Doch immerhin: Knapp ein Drittel der Deutschen besucht an Ostern einen Gottesdienst. Das ergab eine Emnid-Umfrage im Auftrag des „Focus“.
Dabei zeigen das größte Interesse an Gottesdiensten Menschen, die älter als 65 Jahre sind. Hier wollten 44 Prozent zu Ostern eine Kirche besuchen, 54 Prozent jedoch nicht. Die Meinungsforscher befragten 1008 repräsentativ ausgesuchte Personen.
Doch woran Christen Karfreitag und Ostern? Immerhin geben laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov online 91 Prozent der Befragten an zu wissen, weshalb Ostern gefeiert wird. Doch nur 85 Prozent tippten auf die richtige Antwort: „Die Auferstehung von Jesus Christus“.
Altäre in den Kirchen verhängt
Mit Gottesdiensten erinnern Christen Karfreitag und Ostern an das Sterben und an die Auferstehung Jesu. Am Karfreitag stand das Leiden und Sterben Christi am Kreuz im Zentrum. Vielerorts wurden die Altäre in den Kirchen verhängt, in der katholischen Liturgie gibt es kein Orgelspiel und vor allem auch keine Eucharistiefeier.
Bereits am Gründonnerstag waren die Glocken der katholischen Kirchen verstummt. Erst am Ostersonntag läuten sie wieder. Dann verkünden sie mit vollem Geläut die christliche Botschaft von der Auferstehung. Auch in der evangelischen Kirche gibt es diese Tradition. Die Entscheidung zum Schweigen der Glocken liegt aber bei den Gemeinden.
In vielen Kirchen wurden am Karfreitag um 15 Uhr Gottesdienste gefeiert, der Tradition zufolge die Sterbestunde Jesu. Der anschließende Karsamstag erinnerte an die Grablegung Jesu. Am ersten Tag nach Jesu Tod fanden keine Gottesdienste statt. Nach altem Brauch werden Kerzen und Blumen von den Altären entfernt, bevor in der Nacht zu Sonntag der Sieg des Lebens über den Tod gefeiert wird.
In Osternacht-Gottesdiensten zündeten die Gläubigen traditionell Hunderte von Kerzen an. Sie symbolisieren das Licht, das durch den auferstandenen Sohn Gottes in die Welt gekommen ist.
Das Grab von Jesu Christi war leer
Wie sich die Auferstehung Jesu vollzog, wird in der Bibel nicht beschrieben. Das Neue Testament erwähnt auch keine Augenzeugen. Hingegen enthalten die Evangelien und Paulus-Briefe Berichte über das leere Grab, die Verkündigung der Auferstehung durch einen Engel, über Erscheinungen des Auferstandenen und die Bekenntnisse, die diesen Glauben bezeugen.
Von Osterlämmern und Ostereiern
Doch für viele gehören zu Ostern vor allem Ostereier, Osterhasen und Osterlämmer.
Das Lamm ist das Sinnbild für den Opfertod Jesu. Es entstand aus dem jüdischen Ritual, zum Pessachfest ein Lamm zu schlachten. Johannes der Täufer wies auf Jesus mit den Worten: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt.“
Das Osterfeuer symbolisiert die Freude über die Auferstehung Jesu, das „Licht der Welt“. Schon in heidnischer Zeit wurde den Flammen eine erneuernde Kraft zugeschrieben. Das Feuer sollte den Winter vertreiben. An gesegneten Osterfeuern wird die Osterkerze als Licht Christi entfacht und in die noch dunkle Kirche getragen.
Gefärbte und verzierte Eier gehören seit Jahrhunderten zum Osterfest. Um das einst heidnische Fruchtbarkeitssymbol entwickelte sich ein wahres Kunsthandwerk, vor allem in Osteuropa. Seit dem 13. Jahrhundert war das Osterei traditionell rot gefärbt: als Farbe des Lebens, der Freude und als Symbol für das Blut Christi.
sei





