Bei einer Stichprobenkontrolle des Überwachungsvereins Dekra auf Berliner Spielplätzen zeigte sich ein desolates Bild. Von den elf in verschiedenen Bezirken ausgewählten Spielplätzen war nicht einer ohne Beanstandungen. Dabei stellten die Prüfer mehr schwere als leichte Mängel fest. Damit bestätigt sich das marode Bild von den Spielplätzen, den die verantwortlichen Bezirke bereits selbst eingeräumt haben. Mit einem Spielplatz- und Kita-Sanierungsprogramm in Höhe von 20 Millionen Euro sollen nun, wie berichtet, die Mängel vor allem auf jenen Spielplätzen behoben werden, die auch von Kindergärten genutzt werden.
Doch das reicht bei Weitem nicht aus. Bei dem Dekra-Test sind bei den elf überprüften Spielplätzen 29 Mängel aufgefallen, davon 15 schwere und 14 geringe Mängel. Untersucht wurden 51 Geräte, darunter elf Kombigeräte. Als schwer gelten Mängel, die eine ernste Sicherheitsgefahr darstellen. „Es gab beispielsweise wackelige und morsche Holzgeländer, die zwar jetzt noch stehen, aber in absehbarer Zeit nicht mehr standhalten werden“, sagt Frank Hoffmann, Sicherheitsexperte der Dekra.
Starke Vermüllung vieler Spielplätze
Auch hervorstehende Schrauben oder gesplitterte Balken würden zu den schweren Mängeln zählen. Besonders dramatisch sei zum Teil die starke Vermüllung der Spielplätze gewesen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Mängelquote mit 56,9 Prozent unverändert hoch. Seit 2011 macht die Dekra jährlich Stichprobenkontrollen auf Spielplätzen. Die Ergebnisse werden anonymisiert. Bei akuter Gefahr wird der Bezirk informiert. „Wenn wir vor einem Spielplatz warnen würden, würden die Eltern möglicherweise auf einen anderen ausweichen, der gar nicht getestet wurde“, sagt Frank Hoffmann. Das sei nicht unbedingt sicherer.
Dabei sind regelmäßige Überprüfungen durch die Bezirksämter vorgeschrieben. Einmal pro Woche müssen Sichtkontrollen durchgeführt werden, um offensichtliche Gefahren zu erkennen. Hinzu kommen mindestens alle drei Monate Funktionskontrollen der Geräte. Ein Mal im Jahr ist eine Hauptinspektion vorgesehen. Nach eigenen Angaben halten die Bezirke diese Vorgaben auch ein.
Neues Sanierungsprogramm ist noch nicht angelaufen
Dennoch werden offenbar nicht alle Mängel erkannt. Und für die Reparatur der festgestellten Defekte fehlt meist das Geld. In Friedrichshain-Kreuzberg sind nach Angaben des Baustadtrates Hans Panhoff (Grüne) die Hälfte der 175 Spielplätze nicht oder nur teilweise nutzbar. Defekte Spielgeräte werden abgebaut oder gesperrt.
Das neue Sanierungsprogramm ist noch nicht angelaufen. Derzeit reichen die Bezirke ihre Bedarfslisten bei der Senatsverwaltung für Bildung ein. Die Frist endete zwar schon Ende März, doch einige Bezirke haben um Verlängerung gebeten. Fest steht, dass die größte Summe des Programms mit 2,7 Millionen Euro an den Bezirk Pankow gehen wird. Doch angesichts des Sanierungsbedarfs in den Kitas wird nur der geringe Teil von 355.000 Euro in die Spielplätze fließen.





