Am Sonnabend wird Markus Lanz um 20.15 Uhr Deutschlands traditionsreichste Fernsehshow aus der Baden-Arena in Offenburg präsentieren. Studiert man die Vorankündigungen des ZDF, dann deutet zunächst wenig auf einen Bruch der eingeübten Routine hin: US-Sängerin Anastacia wird ihren neuen Song präsentieren, und mit Cameron Diaz, Hape Kerkeling und Veronica Ferres wird auf dem Sofa genau jene Mischung deutscher und internationaler Prominenz Platz nehmen, die für „Wetten, dass..?“ in den letzten Jahren so typisch geworden ist. Unter den den Wettkandidaten sind unter anderem die sympathischen Berliner Dennis Mierke und Nico Fanselow, die in einem kurzen Video auf der ZDF-Website nur andeuten, worum es geht in ihrer Wette – darum, etwas in Sekundenbruchteilen zu erkennen. Mehr dürfen sie im Moment noch nicht verraten.

Ständig sinkendes Interesse

Aber man soll sich nichts vormachen: Für Lanz, der sich in den letzten Folgen ohnehin sichtlich schwer getan hat mit der allseits erwarteten Entspanntheit eines „Wetten, dass..?“-Moderators, könnte der Samstag zum Spießrutenlauf vor Millionenpublikum werden. Das liegt nicht nur an den konstant nach unten zeigenden Quoten, die während der vergangenen Woche erstmals unter den Wert von unter sechs Millionen sanken – mit entsprechender Resonanz in den Medien. Es hat auch nicht allein mit dem Streit zwischen Markus Lanz und der Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht zu tun, das eine öffentliche Petition nach sich zog, die den Demission des Moderators forderte.

Nein, etwas Entscheidendes kommt hinzu: Lanz ist vor wenigen Tagen die hauseigene Unterstützung entzogen worden. ZDF-Intendant Thomas Bellut äußerte sich im Gespräch mit dem „Handelsblatt“ ausführlich zu dem „Sorgenkind“ des öffentlich-rechtlichen Senders und sprach ihm eine Bestandsgarantie ab. „5,8 Millionen Zuschauer sind für derartiges Eventfernsehen ein niedriger Wert“, sagte er, und sprach auf Nachfrage erstmals davon, wo für ihn die Schmerzgrenze liege: „Die wäre erst erreicht, wenn Markus Lanz wirklich Schaden nähme“. Was genau er damit meinte, sagte er nicht. Sicher ist nur: Eine einzige Sendung kostet den Sender zwischen 2 und 2,5 Millionen Euro. Das Format steht unter vielfältigem Druck, auch unter ökonomischem.

Die Gegner stehen bereit

Und der ruft natürlich auch seine Gegner auf den Plan. Paul Sahner, Autor der Prominentenillustrierten „Bunte“, orakelt in der aktuellen Ausgabe, Lanz wolle „weg“ von „Wetten, dass..?“. Sein Vertrag laufe eigentlich über drei Staffeln, aber es sei denkbar, dass der Moderator vorher hinschmeiße. Wieviel daran Spekulation ist oder sich tatsächlich auf Insider-Informationen berufen kann, wie das Blatt behauptet, muss vorerst dahingestellt bleiben. Klar ist nur, dass „Wetten, dass..?“ mit einem Abgang von Markus Lanz wohl auch am Ende seiner inzwischen fast 33-jährigen Laufzeit angekommen wäre.