Eigentlich seltsam: Obwohl das Tanzen als Kulturtechnik fast jedem Menschen auf dem Erdball geläufig ist – sei es nun in einer brasilianischen Favela, in der afrikanischen Steppe oder einer norwegischen Dorfdisco –, so ist es doch keine olympische Disziplin.

Gerade die olympischen Spiele als das multikulturelle Ereignis schlechthin müssten sich doch aufgerufen fühlen, die rhythmische Ausdrucksform auf dem Parkett ebenso ernst zu nehmen wie zum Beispiel die gymnastischen Exzesse von Synchronschwimmerinnen oder Turnerinnen. Das ist aber nicht der Fall. Das Internationale Olympische Komitee hat wiederholt auf die begrenzten Kapazitäten hingewiesen, was die Sportarten angeht. Die Tänzer und Tänzerinnen müssen leider drauen bleiben.

Aber es gibt ja Joachim Llambi und das Erfolgsformat „Let’s Dance“, dessen siebte Staffel am Freitag auf RTL startete. Der deutsch-spanische Bankkaufmann ist selbst ehemaliger Turniertänzer und gehört wieder der Jury an, die über die vortanzenden Paare richtet.

In der Tat wirkt die ganze Show wie eine Ersatzhandlung für mangelnde olympische Anerkennung. Bedenkt man, dass man es mit einer Unterhaltungsshow auf RTL zu tun hat, dann wirkt das Regularium fast bürokratisch: Sobald eines der prominenten Paare vorgetanzt hat, gibt die Jury (der diesmal außer Llambi noch der Heidi-Klum-gestählte Choreograf Jorge Gonzalez und die südafrikanische Tänzerin namens Motsi Mabuse angehören) eine Wertung zwischen Eins und Zehn ab.

Das Prozedere der Show

Daraus ergibt sich eine Liste. Die Zuschauer können ihrerseits anrufen. Aus ihren Vorlieben ergibt sich eine weitere Liste. Dann werden beide Listen per Punktesystem zusammengeführt, und das Paar mit der niedrigsten Wertung scheidet aus. Als Favoritin wird die Eislaufkünstlerin Tanja Szewczenko gehandelt, die mit dem österreichischen Tänzer Willi Gabalier in der siebten Staffel vertreten ist. Außerdem dabei: Model Lilly Becker, Sänger und Musicaldarsteller Alexander Klaws und Schlagerstar Cindy Berger.

Aber was ist mit Bernhard Brink? Der deutsche Schlagersänger und Rekordteilnehmer am Eurovision Song Contest hatte sein mild entsetztes Publikum vor einigen Tagen wissen lassen, er habe sich beim Training die Füße wund getanzt. Davon zeigte er sich allerdings unbeirrt: „Ich habe zu viel Blut, Schweiß und Tränen investiert, um jetzt auf der Zielgeraden schlapp zu machen.“ Er ließ an der Seite von Sarah Latton die Hüften zucken. Zum Schluss der ersten Show mussten sie zittern.

Doch es flog ein anderes Paar raus: Der 39 Jahre alte Moderator und Schauspieler Patrice Bouedibela und seine Tanzpartnerin Ekaterina Leonova, 26, mussten am Freitagabend gehen.