Das Internet gehört für die meisten Berliner längst zum Alltag. Sie nutzen es als Informationsmedium, zur Kommunikation oder als Einkaufs- und Handelsplattform. Doch mit dem explosionsartigen Anstieg der Nutzung sind auch die Möglichkeiten gestiegen, Daten zu missbrauchen und für kriminelle Zwecke zu nutzen.

Deshalb hat die Berliner Morgenpost das Netz ins Zentrum ihres siebten Leserforums im Rahmen der Reihe „Morgenpost vor Ort“ gerückt. Am Dienstag, 1. April 2014, möchten wir mit Ihnen, unseren Lesern, und fünf Experten diskutieren. „Internet-Kriminalität – Wie kann ich mich schützen?“ lautet das Thema um 18.30 Uhr im Willy-Brandt-Saal des Rathauses Schöneberg am John-F.-Kennedy-Platz. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist für Leser der Berliner Morgenpost kostenlos, allerdings müssen Sie sich anmelden.

Neun Prozent mehr Internet-Betrug

Die Berliner Polizei hat im vergangenen Jahr knapp 19.400 Straftaten im Bereich Internetkriminalität oder „Cybercrime“ erfasst. Im Jahr 2012 waren es knapp 21.000 Fälle, 2011 etwas mehr als 19.000. Allerdings sagt die Polizei selbst, dass diese Zahlen nicht die tatsächliche Entwicklung widerspiegeln. Vielmehr wurde nun konsequent eine bundesweit verbindliche Richtlinie im Hinblick auf die Erfassung des Tatortes angewandt: Straftaten werden dort gezählt, wo der Täter handelt.

Das ist aber bei der Internetkriminalität häufig das Ausland. 2013 fanden somit nach Angaben der Berliner Polizei rund 5000 Fälle von Internet-Kriminalität keinen Eingang in ihre Kriminalstatistik, ähnliche Fälle seien in den Vorjahren aber berücksichtigt worden.

Den größten Teil der Straftaten machte der Betrug unter Nutzung des Internets aus: 17.122 Fälle, gut neun Prozent mehr als im Vorjahr. Einige Delikte werden zu einem besonders hohen Anteil mit dem „Tatmittel Internet“ begangen. Hierzu zählen Betrug unter Verwendung von Kredit- oder EC-Kartendaten, Computerbetrug, Warenbetrug und die Verbreitung von Pornografie. Die Aufklärungsquote im Bereich Cybercrime lag 2013 bei 50,1 Prozent. 2012 waren es 49,3 und 2011 genau 52 Prozent.

Risiko lässt sich minimieren

„Die Zahlen steigen, weil das Internet immer intensiver genutzt wird. Und weil sich das für die Kriminellen lohnt: Die Gefahr, dass sie überführt und bestraft werden, ist geringer als bei anderen Straftaten“, sagt Justiz- und Verbraucherschutzsenator Thomas Heilmann (CDU) zum Problem Cybercrime. Außerdem sei die Dunkelziffer hoch, weil viele Menschen keine Anzeige erstatten würden. „Die Kriminalität beginnt schon bei dem Versuch, die persönlichen Kreditkartendaten oder Internet-Transaktionsdaten auszuspähen. Ich bin sicher, jeder Berliner, der regelmäßig E-Mails nutzt, bekommt auch regelmäßig solche Anfragen. Also: Jeder Berliner, der das Internet nutzt, ist potenziell davon betroffen – leider“, so Heilmann.

Allerdings ist den Kriminellen niemand hilflos ausgeliefert. Jeder Internetnutzer könne durch sein Verhalten das Risiko, Opfer einer entsprechenden Straftat zu werden, minimieren, sagt die Polizei. Ihr wichtigster Rat: Gesundes Misstrauen und Vorsicht beim Umgang mit personenbezogenen Daten wie Konto-, Kreditkarten- und Adressdaten.

Als Experten auf dem Podium diskutieren am Dienstag, 1. April 2014:

Thomas Heilmann, Senator für Justiz und Verbraucherschutz (CDU)

Carsten Szymanski, Leiter des Dezernats für Cybercrime der Berliner Polizei

Jan Wilschke, Experte der Verbraucherzentrale Brandenburg

Pia Frey, Journalistin und Mitgründerin der Medienbeobachtungs-Website pressekompass.net

Hajo Schumacher, Morgenpost-Kolumnist und -Autor als Moderator