Wie spare ich am besten? Und vor allem: Wo? Die Berliner haben klare Vorstellungen, vor allem davon, wo sie das Geld nicht anlegen wollen.
Ganz oben auf der Liste der Anlageformen, die sie nicht nutzen wollen, stehen Immobilienfonds. Vier von fünf Berlinern wollen dort nicht investieren, wie eine Umfrage der Berliner Sparkasse zum Anlageverhalten der Hauptstädter ergab. 79 Prozent lassen die Finger von Aktien, 74 Prozent auch von Aktienfonds. Selbst die Riester-Rente kommt für sieben von zehn Berlinern nicht infrage.
Dabei hätten Sparer im vergangenen Jahr vor allem mit Aktien ein gutes Geschäft machen können. Der Deutsche Aktienindex Dax legte insgesamt um rund 24,2 Prozent zu.
Zinsen unter der Inflationrate
Stattdessen nutzen ein Drittel (35 Prozent) der Berliner ein Sparbuch. Neun Prozent können sich vorstellen, Geld auf ein neues Sparbuch zu legen, Platz drei nach privater Rentenversicherung (13 Prozent) und Tagesgeld (12 Prozent). Die Zinsen beim Sparbuch bewegen sich derzeit teilweise unter einem halben Prozent – jährlich. Auch beim Tagesgeld sind praktisch nicht mehr als 1,5 Prozent möglich.
Warum verhält sich der Sparer in der Hauptstadt so? „Der Berliner ist extrem sicherheitsorientiert“, sagt Olaf Schulz von der Berliner Sparkasse. „Da erscheint ihm das Sparbuch als beste Anlage.“ Er könne davor allerdings nur warnen, sagt Schulz. „Denn die derzeit niedrigen Zinsen liegen unterhalb der Inflationsrate. So verlieren die Sparer aus Vorsicht Geld.“ Er empfiehlt für die langfristige Geldanlage, regelmäßig in Wertpapiere zu investieren. Nur so könnten Anleger von der auf lange Sicht positiven Entwicklung an den Kapitalmärkten profitieren
Ein Drittel spart gar nicht
Vielleicht hat die Zurückhaltung gegenüber ertragreicheren Anlagen als dem Sparbuch auch damit zu tun, dass die Zahl derer, die sich nach eigener Aussage nicht mit Finanzanlagen auskennen, steigt. 2012 waren es neun Prozent, 2014 sind es 14 Prozent. Ausreichend nennen 61 Prozent ihr Finanzwissen. Gut oder sehr gut kennen sich demnach nur noch 27 Prozent der Berliner aus. 2012 waren es 33 Prozent.
Allerdings spart ein Drittel (35 Prozent) der Berliner überhaupt kein Geld. Schulz sagt, das durchschnittliche Haushaltsnettoeinkommen in der Hauptstadt im Vergleich zum Bundesdurchschnitt gering ist, der Anteil der Empfänger von Transfereinkommen dagegen hoch. „Viele Menschen können es sich nicht leisten, regelmäßig zu sparen.“ Von den Berlinern, die sparen, legen 19 Prozent monatlich 51 bis 100 Euro zurück, 13 Prozent 101 bis 200 Euro. Drei Prozent können jeden Monat sogar mehr als 800 Euro zurücklegen. 74 Prozent sparen genauso viel wie vor einem Jahr.
Am häufigsten wird Geld für Absicherung von Notfällen zurückgelegt, dicht gefolgt von ungeplanten Anschaffungen. Immerhin ein Drittel der Berliner spart ohne besonderen Grund.
BM


