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10 richtige Antworten oder weniger:

Alle reden vom Wetter. Sie nicht.

Sie halten das allgegen­wärtige Gerede über die Temperaturen für irri­tierend und überbewertet. Es lenkt ja auch ab von den entscheidenden Fragen des Lebens. Oder füllen die hübschen Krokusse auf der Wie­se Ihre Steuererklärung aus? Und wird nicht der häusliche Garten jetzt, da er die Winterstarre überwindet, zur zusätzlichen Arbeitslast? Dann ist da die Sache mit den Hormonen. Die ganze Welt balzt, flirtet, kokettiert und klimpert mit den Wimpern. Was soll das? Für Sie ist es jeden­falls nichts. Sie sind eher pragmatischer Natur und mögen es klar. Auch bekleidungstechnisch: Winter und Sommer sind wunderbar klar. Win­termantel, Sommerkleid oder -hemd. Aber im Frühling? Er bietet nur das diffuse „Jackenwet­ter" und die Jacke ist mal zu warm und mal zu kalt. Zu schweigen von den Karnevalisten, den Valentinstagleuten und den Spargelessern. Alles Nervensägen. Das beste am Frühling für Sie: dass er vorbeigeht.

20 richtige Antworten oder weniger:

Der Früh­ling ist immer noch besser als gar keine Jahres­zeit.

Sie wissen, was Sie am Frühling haben. Nachts haben Sie in den letzten Monaten in ih­rem Schlafzimmer hin und wieder die Heizung angestellt und sind morgens mit trockenen Au­gen und Hustenreiz aufgewacht. Am Winter nervt sie vor allem der Splitt, von dem in Berlin ganze Lastwagenladungen ausgeschüttet werden, sobald die erste Schneeflocke gefallen ist. Famili­enväter ziehen ihren Nachwuchs dann auf Schlit­ten durch die Straßen und die Kufen machen da­bei Geräusche, als würde man mit einer Stahl­kralle über eine Schiefertafel kratzen. Auch wenn dies ein außerordentlich milder Winter war: Genervt hat er sie dennoch. Und der Frühling ist jetzt auch nicht gerade der Himmel auf Erden, aber wenn man Sie fragt, kann er ruhig kommen.

25 richtige Antworten oder mehr:

Sie sind ein Osterspaziergänger.

Die berühmte Stelle aus Goethes „Faust" spricht Ihnen aus dem Herzen: Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden belebenden Blick, im Tale grünet Hoffnungsglück; der alte Winter, in seiner Schwäche, zogsich in rauhe Berge zurück. Von dorther sendet er, fliehend, nur ohnmächtige Schauer körnigen Eises in Streifen über die grünende Flur. Der Frühling ist für Sie ein Anfang, ein Verspre­chen. Was man in der Neujahrsnacht spürt (oder spüren möchte?), dass es nämlich jetzt noch ein­mal ganz neu und frisch und jung von vorne los­geht mit allem, das verschwindet ja dann ganz schnell im grauen Januar Berlins. Der Frühling löst es wieder ein. Wenn der Himmel über der Stadt wieder blau ist, dann ist es vorbei mit Ihrem Kummer. Die Winteruniform wird eingemottet, jetzt geht es hinaus. Ein Alster am Schleusenkrug oder im Cafe am Neuen See und den ersten Was­serläufer entdecken und wie sich die Blüten im Wasser spiegeln: Guten Morgen, Berlin!