Umweltsenator Michael Müller (SPD) saß etwas gequält lächelnd auf dem Podium im Roten Rathaus. Berlin habe sich vorgenommen, in Sachen Klimaschutz „viel zu machen“, sagte Müller. Kurz zuvor hatten die Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung den Weg zu einer klimaneutralen Stadt aufgezeigt. Demnach sind erhebliche Einschnitte notwendig.

Aber in Berlin herrscht seit Jahren weitgehend Stillstand. Zwar wurden immer wieder Konzepte vorgelegt und Absichtserklärungen abgegeben, bislang versäumte es der Senat jedoch, daraus konkrete Handlungsweisen abzuleiten. Im Gegenteil: Seit zwei Jahren steigt der Kohlendioxid-Ausstoß wieder. Dazu passt, dass der Senat bislang ein klimarelevantes Projekt auf den Weg brachte: Den Ausbau der A100 von Neukölln nach Treptow. Dass das allerdings dem Klima dient, werden nicht einmal Autobahn-Befürworter behaupten.