Nach dem Tod eines Jugendlichen in der Türkei infolge von Protesten gegen die Regierung sind auch in Berlin am Mittwochabend Regierungsgegner auf die Straße gegangen. Nach Polizeiangaben marschierten sie im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg von der Waldemarstraße über den Leuschnerdamm zum Kottbuser Tor. Die Alevitische Gemeinde habe für die Demonstration von 17 bis 19 Uhr 600 Teilnehmer angemeldet, sagte eine Polizeisprecherin.

Wegen Polizeiabsperrungen kam es örtlich zu erheblichen Verkehrsbehinderungen, es bildete sich in Richtung Oberbaumbrücke ein langer Stau. Bis zum Ende der Veranstaltung wurden keine gravierenden Zwischenfälle bekannt.

In Istanbul löste der Tod des 15-jährigen Berkin Elvan die größten Proteste seit dem vergangenen Sommer aus. Der Jugendliche war im Juni vergangenen Jahres auf dem Höhepunkt der Protestwelle gegen die islamisch-konservative Regierung von einer Tränengasgranate schwer verletzt worden und lag seither im Koma.

Zehntausende Gegner der Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan schlossen sich am Mittwoch in Istanbul einem Trauerzug an. Auch in Ankara ging die Polizei mit Tränengas gegen mehrere tausend Demonstranten vor. Proteste gab es außerdem in Izmir und etlichen anderen Städten der Türkei.

dpa/jkw