Die Zahl junger Mehrfach-Straftäter in Berlin ist deutlich zurückgegangen. Führte die Staatsanwaltschaft Mitte 2013 noch 520 Intensivtäter, seien es derzeit 486, sagte Oberstaatsanwalt Rudolf Hausmann.

Der 52-Jährige leitete bei der Anklagebehörde in der Hauptstadt die Spezialabteilung für Intensivtäter. Diese begehen in einem Jahr mehr als zehn Straftaten.

„Die Justiz reagiert schnell, damit sich kriminelle Karrieren nicht weiter verfestigen“, sagte Hausmann. So seien momentan 76 Prozent der Intensivtäter in Gewahrsam. Zumeist hätten Auffälligkeiten und Delikte schon in der Kindheit begonnen.

Weniger Jugendkriminalität in Berlin

Die Jugendkriminalität insgesamt ist in Berlin seit Jahren rückläufig. Allerdings steigt die Zahl der Überfälle auf Straßen, Wegen oder Plätzen. Täglich verzeichnen die Ermittler mehr als sechs Fälle von Straßenraub auf Berlins Straßen.

In diesem Jahr will die Justiz den Kampf gegen die Jugendkriminalität weiter modernisieren. Dabei sollen vor allem die Ursachen für die hohe Rückfallquote von Mehrfachstraftätern untersucht und die Quote nach Möglichkeit gesenkt werden.

Bislang fehlen Untersuchungen darüber, welche Sanktionen gegen junge Täter Erfolge erzielen und welche nicht. Künftig soll die Justiz sehr viel früher als bislang eine Prognose über die soziale Entwicklung von Straftätern erstellen und daraus entsprechende Schlüsse ziehen.

dpa/seg