Bilanz 2013

Nie kamen so viele ausländische Touristen nach Berlin

Der Berlin-Tourismus erreichte auch im Jahr 2013 Rekordmarken. So wurden in Hotels und Pensionen 11,3 Millionen Gäste gezählt. Besonders stark stieg die Zahl der ausländischen Besucher.

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Berlin hat im vergangenen Jahr wieder mehr Touristen angezogen. Die Zahl der in Hotels und Pensionen registrierten Gäste stieg um 4,4 Prozent auf den Rekordwert von 11,3 Millionen, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Donnerstag mitteilte.

Die Besucher buchten 26,9 Millionen Übernachtungen, ein Plus von 8,2 Prozent.

Insgesamt kamen aus dem Ausland 4,3 Millionen Gäste nach Berlin und buchten 11,6 Millionen Übernachtungen in den Beherbergungsbetrieben der Stadt. Das ist ein Plus von 5,1 Prozent bzw. 9,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste betrug 2,4 Tage, wobei ausländische Besucher wie auch in den Vorjahren etwas länger blieben (2,7 Tage). Internationale Besucher bevorzugen übrigens für einen Berlin-Besuch die Monate Juli bis Oktober, inländische Touristen dagegen vor allem März bis Juni sowie September und Oktober.

Der Anteil der ausländischen Gästen war mit 43 Prozent so hoch wie nie. Die größte Gruppe kam aus Großbritannien. Stark gewachsen ist die Zahl der russischen und polnischen Besucher, Spanier buchten unter dem Eindruck der Wirtschaftskrise weniger Berlin-Besuche.

Den Zuwachs bei den Briten begründete Berlins oberster Tourismuswerber Burkhard Kieker mit guten Flugverbindungen. „Dort wird jede Milchkanne angeflogen“, sagte er.

Nach zweistelligen Wachstumsraten 2012 schwächte sich der Zuwachs im Jahr 2013 aber leicht ab. Berlin liegt aber weiter deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt, musste sich aber Hamburg geschlagen geben. Dort legte die Zahl der Übernachtungen um 9,1 Prozent zu. Wenn auch auf niedrigerem Niveau.

786 Beherbergungsstätten mit insgesamt 132.600 Betten

Bei allen Übernachtungen entfielen 57 Prozent auf deutsche Besucher; 31 Prozent gehen auf europäische und zwölf Prozent auf Besucher von Übersee zurück. Die meisten ausländischen Übernachtungen wurden durch Besucher aus Großbritannien, Italien, USA, Niederlande und Dänemark gezählt. Hohe Wachstumsraten konnte Berlin aus den Arabischen Golfstaaten (+33,6 %), China (+21,6 %) und Russland (+21,5 %) verbuchen. Auch in Schwellländern wie China und Brasilien können sich zunehmend Menschen das Reisen leisten.

Kieker dämpfte aber die Hoffnung auf die Schwellenländer wegen schwächerer Konjunkturaussichten dort. „Wir erwarten eine Abschwächung.“ Er warnte auch vor weiteren Verzögerungen am neuen Hauptstadtflughafen. „Noch geht es wunderbar in Tegel“, sagte Kieker. Der Platz werde aber knapp. „Wenn wir nicht in der Lage sind, in Tegel oder Schönefeld-Alt die Kapazitäten zur Verfügung zu stellen, wird auch die Entwicklung des Tourismus in Berlin leiden.“

Berlin verfügte zum Jahresende 2013 über 786 Beherbergungsstätten mit insgesamt 132.600 Betten. Die durchschnittliche Auslastung aller Gästebetten betrug im Jahresverlauf 56,4 Prozent und lag trotz des sich ständig vergrößernden Angebots über dem Vorjahreswert (54,5 Prozent und plus 7000 Betten).

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