Ein 35-jähriger Berliner muss nach Übergriffen auf die schlafende Tochter seiner ehemaligen Lebensgefährtin für drei Jahre und neun Monate hinter Gitter. Das Berliner Landgericht sprach ihn des schweren sexuellen Missbrauchs einer widerstandsunfähigen Person schuldig. Zudem lag aus Sicht der Richter eine Verletzung ihres höchstpersönlichen Lebensbereichs durch heimliche Nacktaufnahmen vor, sagte ein Gerichtssprecher am Freitag. Die Staatsanwaltschaft hatte viereinhalb Jahre Haft gefordert.
Über Monate hatte der Fliesenleger das Mädchen heimlich beim Duschen gefilmt und im Schlaf sexuell angefasst. Im Prozess hatte er die Übergriffe in einem Haus in Berlin-Reinickendorf gestanden. Er habe die Liebe zu seiner damaligen Lebensgefährtin auf deren Tochter transportiert, hieß es in einer von seinem Verteidiger verlesenen Erklärung. Da die Mutter eine erfolgreiche Geschäftsfrau mit wenig Zeit ist, habe er sich über Jahre wie ein Vater um das Kind gekümmert.
Die Übergriffe begannen, als das Mädchen 14 Jahre alt war. In elf Nächten zwischen Juni 2011 und April 2013 habe der Mann die tief schlafende Schülerin intim berührt und gefilmt. Zudem war die Anklage von 16 Fällen ausgegangen, in denen eine versteckte Kamera mitlief, als das Mädchen duschte. Die Polizei entdeckte gespeichertes Filmmaterial von über 600 Minuten bei dem Angeklagten, das ihn belastete.
dpa/alu


