Der umstrittene Leichen-Präparator Gunther von Hagens plant ein permanentes „Körperwelten“-Museum in Berlin.
„Damit geht mein lang gehegter Traum von einem Menschen-Museum in Berlin in Erfüllung“, teilte von Hagens am Freitag mit. Die speziell für die Hauptstadt konzipierte Ausstellung soll von Herbst 2014 an am Alexanderplatz in Mitte zu sehen sein – auf einer Fläche von rund 1200 Quadratmetern in in den früheren Räumen des Fernsehsenders TV Berlin am Fuße des Fernsehturms. Im Bezirksamt Mitte werde ein Bauantrag für Umbauten geprüft, heißt es.
Die in der Ausstellung gezeigten Plastinate stammten aus dem Körperspende-Programm des Instituts, hieß es weiter. Hagens zeigt seit Jahren in temporären Ausstellungen präparierte Leichenteile von Menschen.
Der Erfinder der Ausstellung „Körperwelten“, der Leichen konserviert und präpariert, ist studierter Mediziner mit deutschem Doktortitel. Von Hagens gilt als Erfinder der Plastination. Kritiker werfen ihm vor, mit seinen Präparaten von Leichen die Menschenwürde zu verletzen.
Von Hagens hatte eigenen Angaben zufolge bisher weltweit 40 Millionen Besucher in seinen Ausstellungen.
Die Kirche kritisiert das Vorhaben
Die Potsdamer Generalsuperintendentin Heilgard Asmus kritisierte das Vorhaben. „Das Anliegen, den menschlichen Körper weiter zu erforschen, ist an sich begrüßenswert.“ Es sei aber fatal, menschliche Leichen auf groteske Weise in Szene gesetzt dauerhaft auszustellen, sagte die Theologin.
Sie bezeichnete das Vorhaben als würdelosen Umgang mit Verstorbenen. „Der Mensch ist nach unserem Glauben nicht geschaffen worden, um als Plastinat zu enden.“ Die Toten sollten ruhen können. „Um den menschlichen Körper kennenzulernen, empfehlen wir einen Besuch des Dresdener Hygienemuseums“, sagte Asmus.
dpa/epd/sei

