Brand im Tunnel

Feuerwehr evakuiert am Alex U-Bahn mit 150 Menschen

Rund 150 Fahrgäste sind in der Nacht zu Freitag aus einem verrauchten Zug der Berliner U-Bahnlinie 8 gerettet worden. Feuerwehrleute führten die Menschen über einen Notausgang ins Freie.

Foto: Foto: ABIX / ABIX

Schock für die Fahrgäste der U-Bahnlinie U8 am späten Donnerstagabend: Ein technischer Defekt löste starke Rauchentwicklung aus, der U-Bahntunnel füllte sich mit Qualm. In der Nähe des Alexanderplatzes in Mitte stoppte kurz nach 23 Uhr der Zug der Linie U8 zwischen den Stationen Jannowitzbrücke und Alexanderplatz, nachdem ein Defekt am Stromabnehmer des Zuges die Bildung von Rauch verursacht hatte. Ein Fahrgast hatte daraufhin die Notbremse betätigt.

Die alarmierte Feuerwehr musste wegen der Rauchentwicklung in dem Tunnel etwa 150 Personen über einen Notausstieg an der Dircksenstraße ins Freie bringen. Eine Person mit Asthma wurde mit einem Rettungswagen wegen des Verdachts einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus Am Friedrichshain eingeliefert. Der Einsatz der Feuerwehr dauerte bis etwa 0.10 Uhr.

Die Feuerwehr war mit fast 70 Einsatzkräften am U-Bahnhof. Unter den 39 Fahrzeugen waren fünf Rettungswagen und zwei Notarzteinsatzwagen. Es musste mit einem „massenhaften Anfall“ von Verletzten gerechnet werden, was sich zum Glück ja nicht bestätigte, hieß es am Freitag in der Einsatzleitzentrale der Berliner Feuerwehr.

Die Passagierin Caroline J. (37) aus Kreuzberg sagte, dass es erst einen Knall gegeben habe und und kurz danach einen zweiten. Dann sei heftiger Rauch aufgestiegen und in den Zug eingedrungen. Einige Menschen seien in Panik geraten. Die Bahnhöfe Jannowitzbrücke und Alexanderplatz wurden total verraucht und mussten von der Feuerwehr belüftet werden.

Lichtbogen ließ Staubteilchen verschmoren

Der Kurzschluss sei wahrscheinlich durch einen defekten Stromabnehmer an der U-Bahn ausgelöst worden, sagte BVG-Sprecher Markus Falkner am Freitagmorgen. Der Stromabnehmer hat Kontakt mit der Stromschiene im U-Bahntunnel. Durch den Kurzschluss sei ein Lichtbogen entstanden, der wie ein Blitz wirke, erläuterte Falkner. Die große Hitzeentwicklung habe unter anderem Staubteilchen verschmoren lassen. Dadurch kam es zu der Rauchentwicklung. „Das war kein Brand mit lodernden Flammen“, sagte Falkner.

Fahrgäste sahen in der Nacht außerhalb des U-Bahn-Wagens den Funkenschlags und rochen schnell den Rauch, der auch in die Wagen eindrang. Sie öffneten die Türen, um den Qualm abziehen zu lassen. Lautsprecherdurchsagen mahnten zur Ruhe.

Der Kurzschluss führte dazu, dass sich der Strom für die U-Bahn automatisch abschaltete. Der defekte Zug wurde nach der Rettungsaktion in die Werkstatt geschleppt. Dort soll der Stromabnehmer nun untersucht werden. Ein Kurzschluss mit solchen Folgen ist bei der BVG selten.

Der U-Bahn-Betrieb war zwischen den Stationen Jannowitzbrücke und Alexanderplatz zwischen 23.00 Uhr und kurz nach Mitternacht rund eine Stunde lang unterbrochen. Als Ersatz fuhren Busse.