Nach sieben bewaffneten Überfällen auf Supermärkte innerhalb von drei Monaten stehen seit Dienstag zwei mutmaßliche Täter vor dem Berliner Landgericht. Der 27 Jahre alte Hauptangeklagte soll an sechs der Taten sowie an einem Raub in einem Hotel beteiligt gewesen sein. Dem 20 Jahre alten Mitangeklagten werden zwei Überfälle zur Last gelegt. Die Beute betrug Ermittlungen zufolge insgesamt rund 50.000 Euro. Die Angeklagten verweigerten zunächst die Aussage.

Maskiert und mit einer Pistole bewaffnet waren die Räuber zumeist gegen Ladenschluss aufgetaucht. Angestellte wurden bei den Überfällen zwischen März und Juni 2013 bedroht und gezwungen, Tresore und Kassen zu öffnen. In einem Fall sei einer Frau eine Pistole an die Schläfe gehalten worden.

Die Tatorte lagen vor allem im Stadtteil Reinickendorf. In allen Fällen sei ein dritter Komplize beteiligt gewesen, hieß es in der Anklage. Die Männer sollen in den Märkten zwischen 500 Euro und 16.800 Euro erbeutet haben.

Bei dem 27 Jahre alten Angeklagten handelt es sich um einen mehrfach vorbestraften Mann. Sein Verteidiger hatte im Vorfeld des Prozesses erklärt, dass die Vorwürfe „entschieden bestritten werden“. Das Gericht geht nun von einer längeren Beweisaufnahme aus.

Der Prozess um besonders schwere räuberische Erpressung wird fortgesetzt.

dpa/sei