Berlin leistet sich gleich zwei teure Vorsorge- und Gesundheitsportale im Internet: Drei Jahre nach dem Start des Präventionsatlas’ geht nun ein weiteres, ähnliches Angebot ins Netz. An diesem Freitag stellt Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) offiziell den neuen „Stadtplan Gesundheitsförderung“ vor, der Kiez-bezogen und nutzerfreundlich informieren soll.

Das Portal zeigt zum Beispiel Rückenkurse, Vorträge zu Entspannungstechniken und andere Veranstaltungen zur Gesundheitsvorsorge an. Mehr als 8000 Angebote biete der Online-Stadtplan, Nutzer könnten im Netz nach Themen und Bezirken suchen, so die Senatsverwaltung.

So neu ist das Angebot allerdings nicht: Bereits 2011 hatte das Land durch seine Serviceagentur Berlin Partner einen Präventionsatlas für Gesundheit im Internet gestartet – und dafür rund 30.000 Euro ausgegeben. Berlin Partner ist mit einer anderen Senatsverwaltung verbunden, der für Wirtschaft und Technologie.

Neues Portal kostet rund 100.000 Euro

Für das neue Aktionsprogramm Gesundheit samt dem neuen Internetportal, das nun von der Gesundheitsverwaltung verantwortet wird, waren in den Haushalten 2013 und 2014 über 100.000 Euro veranschlagt. Das geht aus einer Antwort der Behörde auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervor. Die Gesundheitssenatsverwaltung erklärte das doppelte Angebot damit, dass die Daten im Präventionsatlas nicht weitergepflegt worden und deshalb veraltet seien.

Harald Mylord, für den Bereich Gesundheitswesen bei Berlin Partner zuständig, rechtfertigt das nicht aktualisierte Angebot damit, dass man nicht parallel zum neuen Stadtplan Gesundheitsförderung arbeiten wollte. 2012 sei die Idee für das neue Portal aufgekommen. Da habe man entschieden, den Präventionsatlas nicht weiter auszubauen, sagte Mylord.

Dass das neue Portal nicht auf dem alten aufbaut, erklärt er mit unterschiedlichen Konzepten. Der Präventionsatlas enthalte ausschließlich kassenfinanzierte Angebote in Berlin und Brandenburg. Das neue Portal konzentriere sich hingegen auf Berlin und veröffentliche auch Angebote von privaten Anbietern.

dpa/alu