Eine international agierende Bande soll beim Online-Banking in mehr als 1000 Fällen fremde Konten geplündert und einen Schaden in Millionenhöhe verursacht haben.
Ein mutmaßliches Mitglied der Bande muss sich seit Montag vor dem Berliner Landgericht verantworten. Dem 32-jährigen Mann werden 335 Taten mit einer Beute von insgesamt rund 400.000 Euro zur Last gelegt. Der Verteidiger erklärte, sein Mandant sei in fast 300 Fällen umfassend oder zum Teil geständig.
Die Bande soll sich die Zugangsdaten zu fremden Konten per Phishing verschafft haben. Die Beute wurde laut Anklage auf Konten transferiert, die zuvor angeheuerte Helfer mit Scheinadressen eingerichtet hatten. Der Angeklagte sei von Frühjahr 2010 bis September 2010 unter anderem für eine zeitnahe Abhebung der Beträge von den Konten dieser sogenannten Finanzagenten zuständig gewesen, so die Staatsanwältin. Der 32-Jährige habe zur mittleren Ebene der Bande gezählt. Bis zu 55.000 Euro am Tag soll die Gruppierung erbeutet haben.
Phishing-Angriffe erfolgen meist über gefälschte E-Mails, in denen der Eindruck erweckt wird, sie würden von der Bank kommen. In diesen Mails wird nach persönlichen Daten gefragt, um sensible Informationen über das jeweilige Online-Banking „abzufischen“.
Der Angeklagte war in Lettland gefasst und im August 2013 nach Deutschland ausgeliefert worden. Weitere Mitglieder der Bande wurden bereits zu Haftstrafen bis zu sechs Jahren verurteilt. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.
dpa/sei



