Mindestens 25 Autos sowie drei Wohnwagen, die als Büros dienten, und Reifenstapel sind in der Nacht zu Donnerstag auf einem Autohandelsplatz an der Köpenicker Landstraße in Niederschöneweide (Treptow-Köpenick) durch ein Feuer zerstört worden. Der Brand wurde gegen 2.45 Uhr von einem Angestellten entdeckt. Die Feuerwehr traf wenig später mit zwei Staffeln ein.
Weil der Hydrant nahe dem Einsatzort zugefroren war, mussten die Einsatzkräfte zwei Löschtanker und einen Schlauchwagen alarmieren. Das Feuer war gegen 4.30 Uhr unter Kontrolle und kurze Zeit später auch gelöscht. Die Köpenicker Landstraße verwandelte sich an der Einsatzstelle durch die Löscharbeiten in eine Eisbahn. Die Stadtreinigung BSR wurde zum Abstreuen angefordert. Ein Brandkommissariat ermittelt, die Ermittler vermuten Brandstiftung.
Gefühl der Unsicherheit
Auch in Müggelheim brannten am Donnerstagmorgen zwei Autos, die nach Angaben der Polizei angezündet wurden. Die Täter sind noch unbekannt. Gegen 3.45 Uhr gingen zwei Fahrzeuge an der Odernheimer Straße in Flammen auf. Die beiden Fahrzeuge, ein BMW und ein Chrysler, waren rund 150 Meter voneinander entfernt geparkt. Die Feuerwehr konnte die Brände schnell löschen. In diesem Fall geht das Brandkommissariat von Brandstiftung aus.
Solche Meldungen sind in einer Stadt wie Berlin keine Seltenheit. Nahezu täglich berichtet die Berliner Morgenpost über Raubüberfälle, Gewalttaten, Einbrüche in Wohnungen und Häuser, Diebstähle, aufgebrochene Autos. Selbst Kapitalverbrechen wie Mord und Totschlag gehören zum Alltag. Kriminalität und Gewalt sind scheinbar Vorkommnisse, wie sie jedem von uns zu jeder Zeit und nahezu an jedem Ort zustoßen können. Bei vielen Berlinern löst das Gefühle der Unsicherheit, Angst und Ohnmacht aus. Gibt es Orte in unserer Stadt, die ich besser meiden sollte? Kann ich abends und nachts noch die öffentlichen Verkehrsmittel gefahrlos nutzen? Fragen, die sich viele Menschen stellen, Themen, die die Stadt beschäftigen.
Deshalb möchten wir mit Ihnen, unseren Lesern, und sechs Experten über Kriminalität und Sicherheit in der Hauptstadt diskutieren. „Wie sicher ist Berlin?“ lautet das Thema des nächsten Leserforums im Rahmen unserer Reihe „Morgenpost vor Ort“. Der Diskussionsabend beginnt am Montag, 27. Januar, um 18 Uhr im Festsaal des Rathauses Charlottenburg an der Otto-Suhr-Allee 100. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist für Leser der Berliner Morgenpost kostenlos, allerdings müssen Sie sich vorher anmelden (siehe Kasten).
Forum dauert etwa zwei Stunden
Ist Berlin unsicherer geworden? Ist das Risiko, auf der Straße oder in der Bahn Opfer einer Straftat zu werden, gestiegen? Bleibt man nach Einbruch der Dunkelheit am besten zu Hause? Entspricht die „gefühlte Sicherheit“ den Fakten der Kriminalstatistik? Das sind nur einige der Fragen, die uns am Montagabend beschäftigen werden. Zunächst behandeln wir das Thema bei einer Podiumsdiskussion. Der Morgenpost-Kolumnist und Autor Hajo Schumacher moderiert die Runde.
Auf dem Podium sitzen Innensenator Frank Henkel (CDU), Polizeipräsident Klaus Kandt, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Abgeordnetenhaus, Ramona Pop, Morgenpost-Redakteurin Christina Brüning und der Experte für Verhaltens- und Anti-Gewalt-Training bei der Berliner Polizei, Eckhardt Lazai. Nach der etwa einstündigen Gesprächsrunde können Sie den Experten Fragen stellen, Anregungen geben und mitdiskutieren. Das Forum wird etwa zwei Stunden dauern.
Weitere Themen, über die unsere Experten sprechen werden, beziehen sich auf die Frage, ob die Täter immer brutaler werden. Viele Berliner haben den Eindruck, dass bei Raubüberfällen immer häufiger Waffen eingesetzt werden und dass Auseinandersetzungen immer öfter in Messerstechereien münden. Sind solche Vermutungen durch Fakten gedeckt oder sind sie nur das Resultat einer erhöhten Aufmerksamkeit?
Weniger Wohnungseinbrüche
Wo werden Busse, Züge und Bahnhöfe schon mit Kameras überwacht? Verhindert das Verbrechen oder erleichtert es „nur“ die Aufklärung? Oder bringt es gar nichts? Werden auch Plätze und Straßen per Videokamera gefilmt? Auch das sind Fragen, die am Montag eine Rolle spielen werden.
Auch wenn es vorrangig um Sicherheit im öffentlichen Raum geht, werden auch die Einbrüche in Wohnungen und Einfamilienhäuser eine Rolle spielen. Hier hatte die Berliner Polizei bereits Zahlen für das vergangene Jahr veröffentlicht. Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im Vergleich zum Vorjahr um 800 Fälle oder rund acht Prozent gesunken – eine Trendwende nach jahrelangem Anstieg. Bei Einfamilienhäusern und Villen ist die Zahl der Einbrüche dagegen erneut gestiegen. Der Anstieg um 2,9 Prozent ist allerdings erheblich geringer als in den vergangenen Jahren, wo es stets zweistellige Zuwachsraten gab.
Insgesamt liegt die aktuelle Berliner Kriminalstatistik für das vergangene Jahr noch nicht vor, sie wird aber noch im ersten Quartal dieses Jahres erwartet. Im Jahr 2012 lag Berlin mit 14.144 Taten pro 100.000 Einwohnern hinter Düsseldorf und Köln auf Platz vier der gefährlichsten Städte Deutschlands. Die gefährlichste Stadt ist Frankfurt am Main. Im Bundesländervergleich liegt Berlin an der Spitze der Straftaten. 495.297 Delikte brachte die Polizei in der Hauptstadt 2012 zur Anzeige, 912 Fälle mehr als 2011. Zeitgleich ist die Gesamtaufklärungsquote von 46,1 Prozent auf 44,7 Prozent gesunken, ein Minus von 1,4 Prozent.
63% Aufklärungsquote bei Körperverletzung
Nach bislang von der Polizei nicht bestätigten Angaben der „Bild-Zeitung“ für 2013 sank bei Raubtaten die Zahl im Vergleich zum Vorjahr leicht von 6075 auf 5913. Die Aufklärungsquote liegt demnach bei 35 Prozent. Bei gefährlicher Körperverletzung soll die Zahl der Angriffe deutlich gesunken sein und die Aufklärungsquote immerhin mehr als 63 Prozent betragen.
Das Leserforum zum Thema Sicherheit ist bereits das fünfte in der Reihe „Morgenpost vor Ort“ Die bisherigen Foren befassten sich mit Prenzlauer Berg, der Qualität unserer Schulen, dem Wohnungsmarkt in Berlin und der Frage „Wem gehört die Straße?“
Auf dem Podium diskutieren:
Frank Henkel (CDU). Er ist seit dem 1. Dezember 2011 Innen- und Sportsenator. Henkel hat der organisierten Rockerkriminalität den Kampf angesagt. und ließ nach der tödlichen Prügelattacke gegen Jonny K. eine mobile Wache auf dem Alexanderplatz einrichten, um die Sicherheit zu verbessern.
Klaus Kandt. Er wurde am 17. Dezember 2012 von Henkel zum Polizeipräsidenten ernannt. Der gebürtige Schwabe ist CDU-Mitglied und Chef der deutschlandweit größten Landespolizei-Behörde mit ungefähr 22.000 Mitarbeitern.
Ramona Pop (Bündnis 90/ Grüne). Die Politikerin ist seit 2009 Fraktionsvorsitzende im Abgeordnetenhaus. Sie ist Mitglied im Hauptausschuss, im Unterausschuss Haushaltskontrolle sowie im Ausschuss für Integration, Arbeit, Berufliche Bildung und Soziales.
Christina Brüning. Die Redakteurin der Berliner Morgenpost betreut seit vier Jahren das Thema innere Sicherheit. Mit dem Team der Polizeireporter schreibt sie auch täglich über die Geschichten über die Kriminalität in der Stadt und ihre Ursachen.
Hajo Schumacher. Der Morgenpost-Autor und Kolumnist moderiert die Diskussionsrunde. Der studierte Journalist und Politikwissenschaftler arbeitet für Magazine, Hörfunk, Online und Fernsehen. Als Hobbyläufer ist er außerdem unter dem Pseudonym Achim Achilles bekannt.
An der Veranstaltung teilnehmen wird auch ein Polizeiexperte für Gewaltprävention. Nach der etwa einstündigen Gesprächsrunde können Sie den Experten Fragen stellen, Anregungen geben und mitdiskutieren.





