Eine 85 Jahre alte Frau aus Steglitz kommt in den Mittagsstunden zurück aus dem Supermarkt. Sie betritt den Hausflur, und unbemerkt schleicht sich noch ein junger Mann hinter ihr ebenfalls in das Wohnhaus. Der Täter überholt die Frau auf der Treppe und stößt sie dann zu Boden. Er entreißt ihr den Einkaufsbeutel und die Handtasche. Dann flieht er mit seiner Beute. Die Frau wird bei dem Überfall verletzt.

In Friedrichshain wird eine 27-jährige Radfahrerin kurz vor Mitternacht Opfer eines Raubes. Die Frau muss an der Warschauer Straße Ecke Revaler Straße an einer Ampel anhalten. Diesen Moment nutzt der Täter und raubt der Frau die Handtasche. Die junge Frau hat Glück. Ihre Hilferufe werden von zwei Männern gehört.

Sie können den 18 Jahre alten Täter zu Boden bringen und festhalten. Die Frau bleibt bei dem Überfall unverletzt und erhält ihre Handtasche kurz nach dem Überfall zurück. Polizeibeamte finden bei dem 18-Jährigen zahlreiche Elektronikartikel, die vermutlich aus Einbrüchen stammen.

Das sind nur zwei Meldungen der Polizei, wie sie uns täglich in der Redaktion erreichen. Zwei Beispiele von Kriminalität und Gewalt in dieser Stadt. Alltägliche Vorkommnisse, wie sie jedem von uns zu jeder Zeit und nahezu an jedem Ort zustoßen können.

Viele Berliner fühlen sich nicht sicher

Viele Berliner beschleicht das Gefühl der Angst, Unsicherheit und Ohnmacht. Gibt es Orte, die ich besser meiden sollte? Kann ich abends und nachts noch die öffentlichen Verkehrsmittel gefahrlos nutzen? Werden die Täter immer brutaler? Fragen, die viele Berliner stellen, Themen, die die Stadt beschäftigen.

„Wie sicher ist Berlin?“, so lautet das Thema unseres nächsten Leserforums „Morgenpost vor Ort“ am Montag, 27. Januar , um 18 Uhr im Festsaal des Rathauses Charlottenburg an der Otto-Suhr-Allee 100. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist für die Leser der Berliner Morgenpost kostenlos, allerdings müssen Sie sich vorher anmelden.

Ist das Risiko, im öffentlichen Raum Opfer einer Straftat zu werden gestiegen? Wir wollen mit Experten über die Kriminalität reden. Was sagen die Zahlen der Kriminalstatistik? Aber Zahlen bieten keine Sicherheit und verhindern auch keine Verbrechen.

Wie also verhält es sich mit der tatsächlichen und der gefühlten Sicherheit? Wo wird bei Bus und Bahn schon mit Kameras überwacht? Werden auch Plätze und Straße per Videokamera gefilmt? Kann ich noch ohne Angst im Görlitzer Park oder in der Hasenheide spazieren gehen?

Kriminalitätsstatistik für Berlin wird erwartet

Noch liegt die aktuelle Kriminalstatistik für Berlin aus dem vergangenen Jahr nicht vor. Ein Blick auf die Zahlen aus dem Jahr 2012 versprechen wenig Gutes. Mit 14.144 Taten pro 100.000 Einwohnern liegt Berlin hinter Düsseldorf und Köln auf Platz vier der gefährlichsten Städte Deutschlands.

Die gefährlichste Stadt ist Frankfurt am Main. Vergleicht man aber nicht Städte miteinander sondern Bundesländer, dann liegt Berlin unangefochten an der Spitze der Straftaten. 495.297 Delikte brachte die Polizei in der Hauptstadt 2012 zur Anzeige, 912 Fälle mehr als 2011. Zeitgleich ist die Gesamtaufklärungsquote von 46,1 Prozent auf 44,7 Prozent gesunken, ein Minus von 1,4 Prozent.

Verzeichnet wird auch eine deutliche Zunahme der Tötungsdelikte, einschließlich der fahrlässigen Tötungen. 222 Fälle, 15 mehr als 2011 entsprechen einer Zunahme in Höhe von 7,2 Prozent.

Darunter gibt es eine deutliche Zunahme bei Mord und Totschlag: zusammen 147 Fälle, 20 mehr als 2011, ein Plus von 15,7 Prozent. Darunter befinden sich 43 vollendete Taten mit 45 getöteten Personen. Im Jahr davor waren es 35 vollendete Taten mit 42 getöteten Personen.

Auf dem Podium diskutieren:

Frank Henkel (CDU). Er ist seit dem 1. Dezember 2011 Innen- und Sportsenator. Henkel hat der organisierten Rockerkriminalität den Kampf angesagt. und ließ nach der tödlichen Prügelattacke gegen Jonny K. eine mobile Wache auf dem Alexanderplatz einrichten, um die Sicherheit zu verbessern.

Klaus Kandt. Er wurde am 17. Dezember 2012 von Henkel zum Polizeipräsidenten ernannt. Der gebürtige Schwabe ist CDU-Mitglied und Chef der deutschlandweit größten Landespolizei-Behörde mit ungefähr 22.000 Mitarbeitern.

Ramona Pop (Bündnis 90/ Grüne). Die Politikerin ist seit 2009 Fraktionsvorsitzende im Abgeordnetenhaus. Sie ist Mitglied im Hauptausschuss, im Unterausschuss Haushaltskontrolle sowie im Ausschuss für Integration, Arbeit, Berufliche Bildung und Soziales.

Christina Brüning. Die Redakteurin der Berliner Morgenpost betreut seit vier Jahren das Thema innere Sicherheit. Mit dem Team der Polizeireporter schreibt sie auch täglich über die Geschichten über die Kriminalität in der Stadt und ihre Ursachen.

Hajo Schumacher. Der Morgenpost-Autor und Kolumnist moderiert die Diskussionsrunde. Der studierte Journalist und Politikwissenschaftler arbeitet für Magazine, Hörfunk, Online und Fernsehen. Als Hobbyläufer ist er außerdem unter dem Pseudonym Achim Achilles bekannt.

An der Veranstaltung teilnehmen wird auch ein Polizeiexperte für Gewaltprävention. Nach der etwa einstündigen Gesprächsrunde können Sie den Experten Fragen stellen, Anregungen geben und mitdiskutieren.