Sieben Monate nach einer Messerattacke auf einen 27 Jahre alten Flüchtling am Oranienplatz in Berlin-Kreuzberg hat der Beschuldigte ein Geständnis abgelegt. Den Vorwurf des versuchten Totschlags bestritt der 24-Jährige jedoch am Donnerstag vor dem Berliner Landgericht. Er habe nur wehtun wollen.
Der türkischstämmige 24-Jährige gab im Gerichtssaal zu Protokoll, dass er damals mit seinem Baby im Kinderwagen unterwegs war, als er am Oranienplatz von einer Gruppe als „Turku, Turku, Scheißtürke“ beleidigt worden sei. Ein Mann sei mit einer Holzlatte auf ihn zugekommen. „Ich wollte ihn in den Arm stechen und habe aus Versehen die Brust getroffen“, sagte der Angeklagte.
Nach dem Messerstich hatte er die Flucht ergriffen. Menschen aus dem Flüchtlingscamp sollen den zurückgelassenen Kinderwagen mit dem Baby und dessen inzwischen eingetroffene Mutter bedrohlich umringt haben.
Rund 250 Polizisten waren schließlich vor Ort, um die Familie des Messerstechers vor wütenden Bewohnern des Camps zu schützen und die Situation zu beruhigen. Auch Türken aus der Nachbarschaft waren zum Tatort geeilt.
dpa/sei




