Im Nordosten Deutschlands ist die Zahl der Organspenden in 2013 erneut gesunken – mit knapp zehn Prozent Rückgang allerdings etwas weniger drastisch als in anderen Teilen Deutschlands. In der Region Nord-Ost (Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern) wurden 102 Organspender und 354 postmortal gespendete Organe gezählt, berichtete die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) am Mittwoch in Frankfurt/Main.

2012 waren es noch 113 Spender und 373 gespendete Organe gewesen. In Folge sank auch die Zahl der Transplantationen in der Region: Von 326 auf 313. Bundesweit ging die Zahl der Organspender um 16,3 Prozent auf 876 zurück.

Auch deutschlandweit hat die Zahl der Organspender im vergangenen Jahr einen neuen Tiefpunkt erreicht. Laut den vorläufigen Jahreszahlen sank sie auf 876 Spender. Dies sei der niedrigste Wert seit Verabschiedung des Transplantationsgesetzes 1997, teilte die Stiftung mit. Im Vorjahr wurden noch 1046 Spender registriert.

Rückgang der Spenden „dramatisch“

Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn, nannte den Rückgang der Organspenden dramatisch. „In Deutschland warten 12.000 Menschen auf ein Spenderorgan, täglich sterben drei potenzielle Empfänger“, sagte der CDU-Politiker in Berlin.

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation selbst sprach von einer „erschütternden Jahresbilanz“. Nach Angaben der Stiftung lag die Zahl der Organspender 2013 um ein Sechstel unter der rückläufigen Zahl des Vorjahres. Die Menge der gespendeten Organe sank um knapp 14 Prozent auf 3.034.

„Nach dem starken Rückgang der Organspenden im Jahre 2012 hat sich diese dramatische Entwicklung 2013 noch weiter verschärft“, sagte der Vorsitzende der Stiftung, Rainer Hess. Die Stiftung betrachte „diese Entwicklung mit großer Sorge“. Man werde einen „langen Atem brauchen, um wieder Vertrauen aufbauen zu können“.

Nach den im Jahr 2012 bekanntgewordenen Manipulationen bei Organtransplantationen in Universitätskliniken müsse Vertrauen zurückgewonnen werden, sagte Hess. Der Verunsicherung der Patienten müsse entgegengewirkt werden. „Kein Patient muss in Deutschland befürchten, wegen einer Organspende von den Ärzten zu früh aufgegeben zu werden“, versicherte Hess.

dpa/epd/alu