Die Serie der Sprengungen von Geldautomaten in Berlin hält unvermindert an. In der Nacht zu Montag schlugen unbekannte Täter in einer Commerzbank-Filiale in Marienfelde zu. Das Geldinstitut an der Kiepertstraße war in der Vergangenheit bereits zweimal zum Ziel das von Kriminellen geworden, zuletzt im Herbst des vergangenen Jahres.
Im Gegensatz zur Nacht auf den 2. November konnten die Täter nach Angaben der Polizei am Montag mit den Geldkassetten aus dem zerstörten Bankautomaten entkommen. Im August 2011 wurde der Automat zwar zerstört, die Täter mussten aber ohne Beute fliehen.
Im Vorjahr hatte es in Berlin bereits mehr als 20 Angriffe auf Geldautomaten gegeben. Im Spätsommer reagierte das Landeskriminalamt darauf mit der Einsetzung der Ermittlungsgruppe Giro, die auch den jüngsten Fall bearbeitet. Die Unbekannten hatten nach ersten Erkenntnissen gegen 3.15 Uhr den Bankautomaten im Commerzbank-Foyer gesprengt.
Ein 36 Jahre alter Anwohner wurde durch einen lauten Knall aus dem Schlaf gerissen. Als der Mann aus dem Fenster sah, bemerkte er, dass Rauch aus dem Vorraum der Bank drang, und rief die Polizei an. Wenig später sah der Zeuge noch einen dunklen Wagen, der sich von der Bank entfernte.
Ziele in 2014: Geldautomaten in Friedrichshain und Charlottenburg
Durch die wahrscheinlich mit einem gezündeten Gas-Luftgemisch verursachte Sprengung des Geldautomaten zerbrach eine Glasscheibe im SB-Bereich, wo auch die Deckenverkleidung beschädigt wurde. Die Bankfiliale an der Kiepertstraße bleibt wegen der Sachschäden nach Angaben des Geldinstituts bis auf Weiteres geschlossen.
Im laufenden Jahr hatten es Täter bislang auf zwei Geldautomaten in Friedrichshain und Charlottenburg abgesehen. In der Nacht zum 6. Januar hatten Unbekannte einen Bankautomaten, der an einem Kino an der Boxhagener Straße angebracht war, aufgebrochen. Die Täter waren über einen Deckendurchbruch in den Toilettenbereich des Lichtspielhauses gelangt und konnten unerkannt entkommen.
In der Nacht zuvor wurde, wie berichtet, im ersten Untergeschoss des U-Bahnhofs Kurfürstendamm ein Bankautomat der Berliner Sparkasse aufgebrochen. Der oder die Täter hatten zwar eine Verblendung des Geräts entfernt, waren aber nicht an die Geldkassetten gelangt. In diesen beiden Fällen konnte die Ermittlungsgruppe Giro noch keine Täter identifizieren. Eine Detonation an einem Automaten hatte es auch in der Nacht zum 3. Januar in Wilmersdorf gegeben.
Einige Kleinkriminelle auf den Geschmack gebracht
An der Düsseldorfer Straße war es erstmals in der jüngeren Vergangenheit in Berlin zu dem Versuch eines Kriminellen gekommen, einen Parkscheinautomaten durch eine Explosion zu knacken. Der Automat wurde zwar erheblich beschädigt, und umherfliegende Trümmer beschädigten ein geparktes Auto, doch an den Geldeinsatz gelangte der Täter auch in diesem Fall nicht.
Neben professionell vorgehenden Tätergruppen sind inzwischen offenbar auch einige Kleinkriminelle auf den Geschmack gekommen, durch die Sprengung von Automaten schnell an Geld zu gelangen. Nur so scheint erklärbar, das Mitte Dezember innerhalb einer Nacht gleich vier Geldautomaten attackiert wurden. Bis auf einen Versuch in Alt-Tempelhof scheiterten die in Neukölln, Charlottenburg und Tempelhof verübten Anschläge jedoch.
Im U-Bahnhof Spichernstraße war es erst gar nicht zu einer Explosion gekommen, in einer Bank an der Grenzallee in Neukölln wurden lediglich Verrußungen am Automaten und an den Wänden festgestellt. Auf dem S-Bahnhof Neukölln war es in der Nacht zwar zu einer Detonation gekommen, die Geldkassetten hatten der Explosion jedoch standgehalten.



