Friedrichshain

Berliner protestieren gegen Hamburger Gefahrengebiet

Rund 120 Menschen haben am Abend am Boxhagener Platz die Fahrbahn blockiert. Zuvor randalierten Vermummte, demolierten eine S-Bahn und mehrere Autos. Ein Mann wurde leicht verletzt.

Foto: dpa

Um gegen das in Hamburg ausgerufene Gefahrengebiet zu protestieren, hat sich am Sonnabend gegen 18 Uhr eine größere Personengruppe am Boxhagener Platz in Berlin-Friedrichshain versammelt.

Die Demonstration wurde erst am Abend angemeldet. Laut Polizei waren rund 120 Personen vor Ort, die zeitweilig die Fahrbahn blockierten. Ansonsten gab es keine Zwischenfälle.

Einige Demonstranten hatten Toilettenbürsten mitgebracht - das Hamburger Symbol des Protests gegen das Gefahrengebiet. Nach einer guten Stunde löste sich die Versammlung auf.

Vandalismus in der Nacht zuvor

Weniger friedlich verlief die Tour einer Gruppe von mindestens 30 teils vermummten Personen in der Nacht zuvor durch Friedrichshain. Um kurz vor Mitternacht hielt sich die Gruppe in einem S-Bahnzug auf, entleerte einen Feuerlöscher und beschmierte die Innenwände mit diversen Schriftzügen. Einer der Schriftzüge lautete: „No one is illegal“ (Niemand ist illegal). Außerdem war von Hass gegen Polizeibeamte die Rede.

An der Haltestelle Ostkreuz stieg die Tätergruppe aus, etwa 15 Personen setzten ihren Weg zu Fuß in Richtung Simplonstraße fort. Dort zerkratzten sie an zwei geparkten Autos den Lack und liefen weiter in Richtung Revaler Straße.

Einer der Randalierer besprühte die Jacke eines entgegenkommenden Fußgängers. Als der den Täter festhalten wollte, versetzte ihm eine Frau einen Faustschlag ins Gesicht. Das Opfer wurde leicht verletzt.

Kurz darauf schlugen Unbekannte an der Rigaer Straße und an der Liebigstraße die Fensterscheiben von neun Autos mit Baustellenschildern und anderen Gegenständen ein. Später entdeckten Polizeibeamte an einem weiteren Wagen an der Bänschstraße eine zerstörte Heckscheibe sowie Beschädigungen an fünf Fahrzeugen an der Revaler Straße.

Auch in Steglitz Randalierer unterwegs

Wie ein Polizeisprecher am Sonnabend mitteilte, waren in derselben Nacht auch in Steglitz Randalierer unterwegs. Nach bisherigen Erkenntnissen beschädigten sie insgesamt sieben Autos an der Sachsenwald-, Jever-, Lothar-Bucher- und Friedrichsruher Straße.

Außerdem wurden sieben Motorroller umgestoßen und dadurch zwei weitere geparkte Autos in Mitleidenschaft gezogen. Schließlich beschädigten die Täter auch noch ein Fahrrad an der Bismarckstraße. Die Polizei geht nach Angaben einer Sprecherin nicht davon aus, dass ein Zusammenhang mit den Taten in Friedrichshain besteht.