Die Fußböden sind voller Sand und Papier, die Türen beschmiert, auf den Fluren liegt Staub, die Sanitäranlagen stinken. Mülleimer fehlen oder werden nicht geleert. Auf den Klos sind die Fliesen verklebt, die Waschbecken schmutzig. Viele Berliner Schulen sind derart dreckig, dass es für die Kinder und Lehrer, die sich dort täglich viele Stunden aufhalten, einfach eine Zumutung ist.

An einigen Schulen gehen die Jugendlichen gar nicht mehr aufs Klo, sondern auf nahe gelegene öffentliche Toiletten. Oder sie warten ab, bis sie endlich wieder zu Hause sind.

Kinder sollten sich an Schulen wohlfühlen

So darf es nicht weitergehen. Gerade Schulen sollten Orte sein, an denen sich die Kinder wohlfühlen. Orte, an denen sie lernen, welchen positiven Einfluss ein gepflegtes Umfeld auf jeden Menschen ausübt. Doch die Realität sieht anders aus. Die Reinigungsfirmen haben meist viel zu wenig Zeit, um die Schulen gründlich und regelmäßig sauber zu machen.

Die Mitarbeiter stehen unter Druck, nur das Nötigste bei der Reinigung wird erledigt. Das aber setzt einen Teufelskreis in Gang. In dreckigen Schulen lässt es sich offenbar leichter randalieren. Manche Schüler fühlen sich dort geradezu animiert, die Wände zu verschmieren, Papierrollen ins Klo zu stopfen oder Abfälle einfach wegzuwerfen. In einer sauberen Umgebung würden sie sich das nicht trauen.

Statt des Preises sollte Qualität entscheidend sein

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) sollte jetzt so schnell wie möglich handeln. Dabei muss sie gar nicht lange überlegen, denn die Lösung des Problems liegt auf der Hand. So, wie sie es beim Schulmittagessen gemacht hat, sollte sie es auch bei der Reinigung der Schulen tun. Die Vergaberichtlinien für Reinigungsfirmen müssen sich ändern. Statt des Preises sollte die Qualität entscheidend sein. Nicht der billigste Anbieter sollte künftig eine Schule reinigen, sondern der, der richtig sauber macht.

Beim Schulessen ist es der Senatorin gelungen, umzusteuern. Bei der Sauberkeit der Schulen muss das auch möglich sein. Dazu braucht es nicht unbedingt mehr Geld, aber einen eindeutigen Fokus auf dieses Problem. Es kann nicht sein, dass Schulen kurz vor der Schließung stehen, weil sie so stark verschmutzt sind, dass Unterricht dort nicht mehr möglich ist. Beim Schulessen haben erst verschiedene Lebensmittelskandale dazu geführt, dass sich grundlegend etwas geändert hat. In Sachen Sauberkeit sollte es so weit gar nicht erst kommen.