Der Winter bleibt mild. Anfang der kommenden Woche klettern die Temperaturen auf bis zu 15 Grad, sagte Simon Trippler vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Samstag. „Voraussichtlich bleibt uns diese Großwetterlage vorerst erhalten. Ein Wintereinbruch ist daher zunächst nicht in Sicht“, betonte er. Erst Ende der Woche könne es dann wieder kälter werden.
Am Sonntag soll es laut Vorhersage im Osten Deutschlands regnen, sonst wird es trocken und teils sonnig bei fünf Grad im Alpenvorland und bis zehn Grad am Oberrhein. Zum Wochenbeginn erreichen die Ausläufer von Tief „Christina“ den Westen Deutschlands und bringen Regen sowie Wind mit. Auch in Berlin bleiben die Temperaturen mit 8 bis 10 Grad eher frühlingshaft.
Am Montag liegen die Temperaturen voraussichtlich zwischen 4 und 14 Grad, am Dienstag zwischen 6 und 15 Grad. Auf den Bergen und an der Küste sind laut DWD Sturmböen möglich. Bis Freitag sinken die Temperaturen dann langsam. „Möglicherweise werden die Weichen dafür gestellt, dass der Winter bei uns Einzug hält“, sagte Trippler. Für eine genaue Vorhersage sei es jedoch noch zu früh.
„Ist bis Dreikönig kein Winter...“
Einer alten Bauernregel zufolge sei der Stichtag 6. Januar ein guter Gradmesser für den weiteren Verlauf des Winters. Sie besagt: „Ist bis Dreikönig kein Winter, so folgt auch keiner mehr dahinter“. Sollte der Winter bis dahin so mild bleiben, werde es DWD-Statistiken zufolge bis Ende Februar sehr wahrscheinlich nicht drastisch kälter.
Das milde Wetter führt aber offenbar auch zu mehr Unwettern. So hat Orkantief „Anna“ mit einer Gewitterfront über Nordrhein-Westfalen gewütet. In Erkelenz starb am Freitagabend eine junge Frau, als eine heftige Windböe in einem Rohbau eine frisch gemauerte Wand umwarf und die 23-Jährige unter sich begrub. In Essen setzte ein Blitz die höchste Kirche der Stadt in Flammen. In Mettmann traf ein umstürzender Baum einen Passanten. In Bochum kollidierte ein Radfahrer mit einem umgewehten Bauzaun. Beide Männer wurden schwer verletzt. 24 Verkehrsunfälle und insgesamt 352 Einsätze gingen auf das Konto von „Anna“, teilte die Landesleitstelle in Duisburg am Sonnabend mit.
Die Heftigkeit der Wintergewitter überrascht selbst den Meteorologen. „In Bremerhaven gab es Orkanböen mit bis zu 126 Stundenkilometern“, sagte Simon Trippler vom DWD. Andernorts wurden starker Wind sowie Hagelkörner von bis zu zwei Zentimetern Durchmesser beobachtet. „Solche Strukturen sind sonst eher in den Sommermonaten zu finden und für Januar schon ziemlich ungewöhnlich“, betonte er.


