Nach der Messerattacke auf einen bolivianischen Austauschschüler in Berlin-Kreuzberg ist das Opfer auf dem Weg der Besserung. Wie eine Polizeisprecherin am Sonnabend mitteilte, liege der 16-Jährige jetzt nicht mehr auf der Intensivstation.
Der junge Südamerikaner war in der Nacht zum Donnerstag angegriffen worden, als er am U-Bahnhof Hallesches Tor die Straße überquerte. Ein Autofahrer hatte sich dadurch offenbar am Weiterfahren gehindert gefühlt, war aus dem Wagen gesprungen und hatte den 16-Jährigen mit einem Messer so schwer verletzt, dass zeitweise Lebensgefahr bestand.
16-Jähriger nicht vernehmungsfähig
Die Suche nach dem Täter verlief bislang ergebnislos. Von dem Autofahrer gebe es weiterhin keine Spur, hieß es auch am Sonnabend bei der Polizei. Das Opfer wurde den Angaben zufolge bislang noch nicht befragt. Bis zum Freitag galt der 16-Jährige als nicht vernehmungsfähig.
Andere Zeugen beschrieben den aggressiven Autofahrer als einen 25 bis 30 Jahre alten Mann, der mit etwa 1,95 Meter auffällig groß war. Er soll in der Begleitung von drei Frauen gewesen sein. Sein Fahrzeug hatte eine helle Farbe, ein abgerundetes Heck sowie auffällig glänzende Felgen.
Laut Medienberichten hat sich die Mutter des Opfers auf den Weg nach Deutschland gemacht. Sie wolle ihren Sohn mit nach Hause nehmen, sobald sein Gesundheitszustand dies zulasse. Ursprünglich habe der 16-Jährige noch bis Februar in Deutschland bleiben wollen.
Wieder Messerstiche ganz in der Nähe des Tatortes
Ein ganz ähnlicher Fall ereignete sich in der Nacht zu Sonnabend am Halleschen Ufer in Kreuzberg. Mit einer glücklicherweise nur wenige Zentimeter tiefen Stichwunde in der Schulter musste sich ein 31-Jähriger in einem Krankenhaus behandeln lassen.
Der Verletzte alarmierte von dort aus die Polizei und gab an, gegen 3.50 Uhr mit einem ihm unbekannten Mann in Streit geraten zu sein. Er sei, zusammen mit einem Bekannten, als Beifahrer in einem Auto unterwegs gewesen. Aus bisher noch nicht geklärter Ursache geriet er nach seinen Angaben mit einem ihm unbekannten Fußgänger zunächst verbal in Streit. Er sei dann aus dem Auto gestiegen und daraufhin von dem Unbekannten mehrfach ins Gesicht geschlagen und mit einem spitzen Gegenstand an der Schulter verletzt worden.
Der Unbekannte sei anschließend mit einer Frau in einem roten „Corsa“ geflüchtet. Bei einer ersten Befragung der Halterin des Fluchtfahrzeugs gab diese gegenüber den Polizisten an, keine näheren Angaben zu dem Tatverdächtigen machen zu können. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei zu der gefährlichen Körperverletzung dauern an.
dpa/mim


