Frühlingsgefühle wie am Meer

„Die Kamelienblüte beginnt“, sagt Gesche Hohlstein. Und das bedeutet ein Meer an tellergroßen weißen, roten, rosafarbenen, gesprenkelten und gestreiften Blüten. Das zehn Grad warme Kameliengewächshaus gehört derzeit zu den Höhepunkten eines Spaziergangs durch den Botanischen Garten. Ausgestattet mit dem kostenlosen Flyer „Der Winterpfad“, der an den Kassen ausliegt, kann man einen gemütlichen, rund zweistündigen Bummel durch die Gewächshäuser und über das Freiland unternehmen, wo derzeit Winterblüher wie Hamamelis, auch Zaubernuss genannt, blühen. (Botanischer Garten, Unter den Eichen 5–10, Dahlem, S1 Botanischer Garten. 24.12. geschlossen, 25.+26.12. Garten 9–16 Uhr, Museum 10–18 Uhr, 6 Euro, Familienkarte 7–12 Euro, Tel. 83 85 01 00, www.bgbm.de)

Landschaftspark an der Havel

Als „Pleasureground“ hat Peter Joseph Lenné 1816 den heutigen Park Glienicke für den damaligen Staatskanzler Karl August Fürst von Hardenberg angelegt: ein naturnahes Gelände an der Havel mit beeindruckenden Aussichten nach Potsdam, zum Schloss Babelsberg und zur Pfaueninsel. An den Blickachsen hat sich auch nichts unter dem nächsten Eigentümer, Prinz Carl von Preußen, geändert. 1824 gestaltete Lenné den Landsitz in einen englischen Landschaftsgarten um. Rund 116 Hektar groß, gehört der park heute zum Unesco-Welterbe. Den Besuchern steht er täglich offen, auch an Weihnachten. (Park Glienicke Königstr. 36, Wannsee, Bus 316 Schloss Glienicke, täglich 6 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit)

Rinder, Schafe und Ziegen

Leni, Gronar und Lucie stehen bei Wind und Wetter draußen. So können die Besucher des Britzer Gartens sie auch über Weihnachten besuchen. Die drei Rinder haben ihr Refugium am Rhododendronhain in der Nähe des Eingangs Buckower Damm. Auch Ziegen und Schafe sind ganzjährig draußen, sie leben unweit der Milchbar. Beim Spaziergang durch den Park und um den See erlebt man Überraschungen am Wegesrand: Man entdeckt Winterblüher wie die Winterkirschen oder die Zaubernuss. Sollte es schneien, werden die Hauptwege geräumt. (Britzer Garten, Buckower Damm 146, Neukölln, Bus M44 Britzer Garten, tägl. ab 9 Uhr, Kassenschluss 16 Uhr, 2 Euro, erm. 1 Euro, Tel. 70 09 06-80, www.gruen-berlin.de)

Lustwandeln im Schlosspark

Kein Weihnachten ohne den Kultfilm „Drei Nüsse für Aschenbrödel“. Will man sich nach dem Märchen wie eine Prinzessin oder ein Prinz fühlen, ist dafür ein Schlosspark das richtige Pflaster. So wie der Garten des Schlosses Charlottenburg. Auch wenn die Wintervorbereitungen um den Karpfenteich und im Barockgarten bereits abgeschlossen sind, lustwandelt es sich doch immer noch schön in der einstigen Hohenzollernresidenz. Der ab Ende des 17. Jahrhunderts angelegte Schlosspark ist ganzjährig kostenfrei zugänglich, also auch an Heiligabend und Weihnachten. (Schlosspark Charlottenburg Spandauer Damm 20–24, Charlottenburg, Bus 109, M45 Luisenplatz/Schloss Charlottenburg, Bus 309, M45 Schloss Charlottenburg, tägl. 6 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit, www.spsg.de)

Viel Grün im Grunewald

Da kann nicht jeder Wald mithalten: Einer der schmucksten Stadtteile ist nach ihm benannt, ein Jagdschloss residiert dort, ein See trägt seinen Namen, der Wannsee schmiegt sich an seine Ufer, auch Hunde haben hier ihr Auslaufrevier und mit dem Teufelsberg ist einer der höchsten Berge Berlins zu finden. Kurzum, der Grunewald ist eines „der“ Berliner Naherholungsgebiete, und weil gut die Hälfte der Bäume immergrüne Kiefern sind, ist der Grunewald auch im Winter ein „grüner“ Ort. (Grunewald, u.a. erreichbar mit S7 Grunewald)

Ein dicker Baum im Wald

Eine Plautze von zuviel Gänsebraten? Da hilft ein Blick auf die Dicke Marie. Die Baum-Dame im Tegeler Forst ist äußerst korpulent, hat einen Durchmesser von etwa 210 Zentimetern und einen Umfang von zirka 665 Zentimetern. Zudem ist sie mit rund 900 Jahren der wahrscheinlich älteste Baum Berlins. Ein Spaziergang im Tegeler Forst lässt sich mit einem Bummel entlang des Tegeler Sees und der Greenwichpromenade verbinden, auch wenn die Dampfer derzeit Winterpause haben, sowie einem Abstecher zur Tegeler Dorfaue. Wie eine Zeitreise wirkt dieser Ort mit seinem Kopfsteinpflaster und seiner Dorfkirche. Gegenüber, auf dem Grundstück Nummer 37, stand einst das 1715 errichtete Haus von Schulmeister Wilcke, der sich sich dort mit zwei Hühnern und einem Kohlgarten eingerichtet hatte und die Dorfkinder unterrichtete. (Dicke Marie im Tegeler Forst, An der Malche 1, Tegel, U6 Alt-Tegel)

Alter Dorfkern und viel Natur

Eines der nördlichsten Dörfer Berlins ist Lübars. Dorfaue, Dorfkirche, Feuerwehr- und Schulhaus, landwirtschaftliche Betriebe und Reiterhöfe sind dort zu finden. Nicht weit entfernt liegt mit dem Freizeitpark Lübars noch ein großes Naherholungsgebiet. Auch eine der schönsten Naturlandschaften der Stadt und ein einzigartiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen ist dort zu finden: das Tegeler Fließ. Mit seinen Wanderwegen und einem Naturlehrpfad zieht es gerade in der warmen Jahreszeit die Ausflügler an. Doch ein Spaziergang durchs Fließ hinauf nach Lübars ist auch im Winter ein besonderes und vor allem unerwartetes Naturerlebnis in der Großstadt. (Alt-Lübars, S1, 85 Waidmannslust, dann mit dem Bus 222 bis Haltestelle Alt-Lübars)