Eingespart

Motorradsportgruppe der Berliner Polizei vor dem Aus

Sechs Jahrzehnte dauerte die Tradition der Berliner Motorradsportgruppe. Es stünde eine teure Instandsetzung an, damit die Freizeit-Mannschaft weiter bestehen kann - nun wird sie ganz eingespart.

Foto: Marcus Führer / dpa

Nach 59 Jahren wird die traditionsreiche Motorradsportgruppe der Berliner Polizei aufgelöst. Um die Hobby-Mannschaft weiterzuführen, würden 150.000 Euro für Instandhaltung der Maschinen, Helme und Lederkombis gebraucht – „das Geld haben wir nicht“, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag.

Die bekannte Truppe absolvierte nach eigenen Angaben mehr als 1000 Auftritte rund um den Globus. Noch wirbt die Hauptstadt-Polizei auf ihrer Website mit den „Profis, die reine Amateure sind“. Es sind aber nicht die Polizisten, die auf Motorrädern Staatsgäste in der Hauptstadt eskortieren.

Der Erfolgsweg der Polizei-Artisten auf zwei Rädern führte bis nach Japan und die USA. In Berlin legten die sportlichen Beamten auch spektakuläre Auftritte im Olympiastadion hin. Sie glänzten nach eigenen Angaben mit Acht-Mann-Kopfstandpyramide, Fünfer-Karussell oder Geisterkrad.

Weltrekorde im Pyramidenfahren

Die Motorrad-Akrobaten stellten nach eigenen Angaben auch zwei Weltrekorde im Pyramidenfahren auf. In der Fernsehsendung „Wetten, dass...“ präsentierten sich 1994 auf neun Motorrädern 83 Mann.

Der bisherige Leiter Georg Franke ist laut Polizei inzwischen 80 Jahre alt. Der „Bild“-Zeitung sagte Franke: „Es macht uns alle sehr traurig.“ Die alten Motorräder sollen demnach versteigert werden. Bei der Polizei hieß es, es gebe auch nicht genügend Nachwuchs für die Truppe.

„Das war ein gutes Aushängeschild für uns, die Motorradsportgruppe hat gute Dienste geleistet“, sagte der Sprecher. „Wir brauchen das Geld aber für die Kollegen im täglichen Dienst.“ Diese hätten zum Teil noch keine neuen Uniformen.

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