Der erste Lichterschmuck hängt bereits, und auch die Waren liegen parat: Die Vorbereitungen der Einzelhändler in Berlin und Brandenburg auf das Weihnachtsgeschäft laufen auf Hochtouren. Was für die Besucher eine stimmungsvolle Geschenkesuche verspricht, stimmt auch die Händler optimistisch. „Eine Steigerung des Umsatzes um ein bis zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr ist möglich“, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, Günter Päts.

Päts stützt seine Zuversicht auch auf die Entwicklung am Arbeitsmarkt. Viele Menschen in der Region seien im laufenden Jahr erstmals seit langem wieder in einem Arbeitsverhältnis. Das fördere zu Weihnachten die Lust am Schenken. „Ich nenne das den Ach-Effekt“, sagte Päts.

Die ersten Lichterketten hängen schon

Um Kunden zum Kauf zu motivieren, wurden die ersten Lichterketten schon jetzt angebracht. „Licht lockt Leute“, sagte Päts. „Die Deko ist ein Aushängeschild für jede Stadt.“ Das Thema Beleuchtung erweise sich dabei auch als Renner bei den Kunden, die alte Deko ersetzten. „Viele Verbraucher denken heute kostenbewusster beim Energieverbrauch als früher. Die Stromfresser werden ausgetauscht“, betonte Päts.

Aber auch die Veranstalter setzen vermehrt auf effizientes LED-Licht. Lichtdesigner Andreas Boehlke, der zu Weihnachten mehr als 100 Projekte in Berlin betreibt, nutzt traditionelle Glühlampen nur noch selten. So wird der Weihnachtsbaum am Potsdamer Platz mit 150.000 LED-Punkten erstrahlen. „Das Bewusstsein für Licht ist gewachsen, und Berlin rüstet immer mehr auf“, freute sich Boehlke. Kaltes Winterlicht sei dabei ebenso angesagt wie das bunte Allerlei.

Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche öffnet

Am kommenden Montag, zum offiziellen Start des Adventsgeschäfts, öffnen auch die 170 Stände des Weihnachtsmarkts an der Gedächtniskirche. Im Mittelpunkt wird dort das Kunsthandwerk stehen. Zum ersten Mal können die Besucher etwa einem Goldschmied über die Schulter schauen.

Für festliche Atmosphäre soll ein 25 Meter hoher Baum mit 4000 Lichtern sorgen – ebenfalls mit LED-Lampen. Der Schaustellerverband, der den Markt organisiert, will so die Vorjahresmarke von einer Million Besuchern übertreffen. Ebenso spektakulär sollen die umfangreichen Lichtinstallationen der Wall AG am Kurfürstendamm werden. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wird dort am 26. November den Startknopf drücken.

Die Bandbreite der insgesamt 60 Weihnachtsmärkte in Berlin wissen auch auswärtige Besucher zu schätzen. 800 000 Übernachtungen hatte es schon im Dezember 2012 gegeben. Für die kommende Saison rechnet Christian Tänzler vom Tourismusverband mit einem erneuten Anstieg. Ein Plus von drei bis fünf Prozent sei sehr gut vorstellbar, denn: „Die Berliner Vielfalt liegt im Trend.“

dpa/seg