Ein israelischer Diamantenhändler und Multimilliardär will einem Bericht des „Manager Magazins“ zufolge bei den drei Karstadt-Luxushäusern, zu denen auch das KaDeWe zählt, und den Sportfilialen einsteigen. Beny Steinmetz übernehme jeweils 37,55 Prozent an der Premium- und an der Sportsparte, berichtete das Magazin am Donnerstag vorab aus seiner jüngsten Ausgabe. Die Anteile kauft er demnach dem österreichischen Investor René Benko ab, der im September angekündigt hatte, er übernehme 75,1 Prozent an beiden Gesellschaften. Das Magazin beruft sich auf eine Aufsichtsratsvorlage von Benkos Unternehmen Signa.
Berggruen bereitet zudem offenbar einen Eignerwechsel bei dem kriselnden Warenhauskonzern vor. Dem Bericht zufolge besitzen Signa und Steinmetz die Option, auch 75,1 Prozent der Karstadt-Stammgesellschaft mit 83 klassischen Warenhäusern zu übernehmen – für einen Euro. Der bisherige Eigentümer von Karstadt, Nicolas Berggruen, würde dann an allen drei Karstadt-Gesellschaften nur noch 24,9 Prozent besitzen.
Dem „manager magazin“ zufolge wird der einstige Karstadt-Retter Nicoloas Berggruen von Signa und Steinmetz entschädigt. Der Milliardär werde an einer Gesellschaft beteiligt, der 18 Warenhaus-Immobilien gehören. Auch eine Beteiligung an den Immobilien von Karstadt-Luxuskaufhäusern stehe im Raum.
300 Millionen Euro Investition in Karstadt geplant
Zuletzt hatte Berggruen noch gesagt: „Ich glaube an das Unternehmen und seine Mitarbeiter.“ Das Kerngeschäft werde er komplett behalten. Arbeitnehmervertreter hatten indes mehrfach die Sorge geäußert, Karstadt könne zerschlagen werden. „Den Karstadt-Beschäftigten geht es – unabhängig von eventuellen Veränderungen bei den Eigentümerstrukturen – um die Zukunftsfähigkeit aller Karstadt-Unternehmen“, betonte die Gewerkschaft Ver.di nun. Ver.di fordere auch ein Gespräch mit Steinmetz, wenn sich bestätige, dass er bei Karstadt einsteige, sagte ein Gewerkschaftsvertreter. Im Januar will die Gewerkschaft mit Benko reden.
Benko und Steinmetz wollen dem Bericht zufolge 300 Millionen Euro in alle drei Karstadt-Gesellschaften investieren, weil es „erheblichen Nachholbedarf“ an Modernisierungen gebe. Dieses Geld wollen die Investoren sich laut „Manager Magazin“ über Mieterhöhungen wiederholen. Besitzer von 21 Karstadt-Immobilien, darunter den drei Luxushäusern, ist allerdings Signa selbst.
Die rund 20.000 Karstadt-Beschäftigten fürchten um die Zukunft des traditionsreichen Warenhausriesen. Karstadt hat zahlreiche Baustellen. Zum Jahresende scheidet Chef Andrew Jennings aus, ein Nachfolger ist bislang nicht ernannt worden. Jennings hatte dem Warenhausriesen bescheinigt, bei seiner Sanierung noch nicht über den Berg zu sein. Die Wegstrecke, die Karstadt vor sich habe, sei „weiter herausfordernd“, bilanzierte Jennings Anfang September.
AFP/Reuters/sh



