Er hat am Pfingstmontag 2013 eine Achtjährige vom Spielplatz entführt und mehr als zehn Stunden in seiner Wohnung im Stadtteil Hellersdorf gefangen gehalten. Zu Beginn des Prozesses gegen ihn hat ein 25-Jähriger am Donnerstag am Berliner Landgericht die Tat gestanden. „Ich hatte Langeweile und brauchte jemanden zum Quatschen“, sagte er. Der Mann verbrachte die Zeit mit dem Kind vorm Fernseher. „Alles ist erlaubt, solange man niemandem weh tut“, erklärte der eigenen Angaben nach pädophile Mann vor Gericht.
Der Angeklagte soll dem kleinen Mädchen angedroht haben, dessen Familie zu schaden, wenn es ihn verrate. Er ließ das Kind körperlich unverletzt frei. Der Berliner verbringt eigenen Angaben nach rund um die Uhr die Zeit am Computer mit Spielen und schaut sich auch Pornos an.
Keine Anhaltspunkte für ein Sexualdelik
Nach einer verzweifelten Suche der Eltern und einem Großaufgebot der Polizei hatte die Achtjährige abends an der Tür seiner Großmutter gestanden. „Ich sah ihre verängstigten Augen“, erinnerte sich die 52 Jahre alte Lehrerin als Zeugin im Prozess. Die Enkelin habe erzählt, sie dürfe nicht sagen, wo sie war, sonst würde Schlimmes passieren.
„Er sah böse aus, ich hatte ganz doll Angst“ – so schilderte das Mädchen schließlich der Großmutter die Entführung. Sie berichtete der Oma, dass sie ein schwarz gekleideter Mann mitgenommen hatte. Sie habe geweint und nach Hause gewollt. In der Wohnung hätten sie Fernsehen geschaut. Den angebotenen Kuchen habe sie aber nicht essen wollen.
Die Schülerin hatte die Oma zu Pfingsten besucht. Das Mädchen blieb körperlich unversehrt. Bis heute habe sie aber Angst, alleine zur Schule zu gehen, erklärte die Großmutter im Prozess. Den Angeklagten hatte die Polizei schwer verletzt in seiner Wohnung gefunden; das Mädchen führte die Beamten dorthin. Der 25-Jährige hatte versucht, sich das Leben zu nehmen – und wurde in der Psychiatrie untergebracht. Anhaltspunkte für ein Sexualdelikt gab es nach Polizeiangaben nicht.
dpa/ap






