Asylbewerber

Hungerstreik und Kälte – Erneut Flüchtlinge im Krankenhaus

In Berlin sind erneut vier der Flüchtlinge, die am Pariser Platz mit einem Hungerstreik protestieren, ins Krankenhaus gekommen. Am Oranienplatz blockierten indes andere Asylbewerber die Straße.

Wieder sind mehrere geschwächte Flüchtlinge vom Brandenburger Tor in Krankenhäuser gekommen. Der Zustand von vier Asylbewerbern verschlechterte sich am Mittwochmorgen so sehr, dass Sanitäter sie in Kliniken brachten, wie ein Sprecher der Feuerwehr sagte. Einige seien wegen Kälte und Nässe auch unterkühlt gewesen.

Die Flüchtlinge befinden sich auf dem Platz vor Berlins Wahrzeichen nach eigenen Angaben seit etwa einer Woche im Hungerstreik. Am Montag hatten sie angekündigt, auch nicht mehr zu trinken. Sie fordern, dass ihre Asylanträge anerkannt werden und hoffen darauf, dass ihr Anliegen bei der Bundesregierung Gehör findet.

Bereits am Dienstag hatten bei sieben der Flüchtlinge die Kräfte nachgelassen. Notärzte behandelten sie noch vor Ort, dann wurden sie in Kliniken gebracht. Ob sie das Krankenhaus wieder verlassen konnten und zur Gruppe zurückkehrten, war zunächst nicht klar. Vor Ort sei auch eine Ärztin, die die Flüchtlinge kennen und der sie vertrauen würden, sagte der Sprecher der Feuerwehr. Sie war es auch, die am Mittwoch mehrfach den Notarzt rief.

Flüchtlinge sorgen für Verkehrsstörungen

Die Flüchtlinge hatten bis zur vergangenen Woche im Protestcamp auf dem Oranienplatz gelebt, waren dann aber zum Brandenburger Tor gezogen, um ihren Protest dort fortzusetzen.

Die Flüchtlinge aus dem Protestcamp blockierten indes am Mittwoch eine Straße und lösten so Verkehrsstörungen aus. Ein Sprecher der Polizei sagte, rund 15 Flüchtlinge hätten sich auf die Fahrbahn gesetzt. Mit der Blockade wollten sie an die Flüchtlingskatastrophe vor der italienischen Insel Lampedusa erinnern. Der Protest sei nicht angemeldet gewesen, hieß es bei der Polizei. Der Bereich in Richtung Adalbertstraße war bis etwa 14.30 Uhr am Mittag für den Verkehr gesperrt, dann konnte der Protest aufgelöst werden.

Die Berliner Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) sagte in der „Abendschau“ des RBB-Fernsehens: „Die Situation ist sehr dramatisch und auch sehr lebensbedrohlich für die Menschen.“ Gleichzeitig machte sie deutlich, dass bestimmte Forderungen nicht umsetzbar seien. So müssten die Betroffenen nun einmal das vorgeschriebene Asylverfahren durchlaufen und es könne nicht einfach ein Bleiberecht für alle geben. Mit den Flüchtlingen sollte offen und fair umgegangen werden, ohne ihnen falsche Hoffnungen zu machen.

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