Eine angeblich neun Jahre alte Verdächtige hat sich als strafmündige junge Frau entpuppt. Das Gutachten eines Zahnarztes verriet die mutmaßliche Einbrecherin am Dienstag, wie ein Sprecher der Berliner Polizei sagte.
Danach soll sie älter als 14 Jahre sein. Damit kann sie auch vor einen Haftrichter kommen.
Polizisten hatten die Beschuldigte gemeinsam mit einer Komplizin am Montag im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf gefasst. Sie hatten offenbar mit Plastikkarten mehrere Türen aufgebrochen, um in Wohnungen einzusteigen.
Die Frauen waren Zivilbeamten aufgefallen, weil sie in mehrere Wohnhäuser hineingingen und nach kurzer Zeit wieder herauskamen. Dabei beobachteten die Polizisten, wie die Verdächtigen mit einer Plastikkarte den Schnapper am Schloss der Haustüren zurückdrückten und so in die Hausflure der Mehrfamilienhäuser gelangten.
Als die Polizisten einen Wohnungseinbruch an der Kantstraße feststellten, überprüften sie die Frauen und fanden bei ihnen Einbruchswerkzeug sowie Ketten, Ringe und Kreditkarten aus der zuvor aufgebrochenen Wohnung.
Mit Hilfe eines Fingerabdrucks entlarvt
Beide Frauen hatten keine Personalien bei sich und wollten ihre Identität nicht verraten. Die eine gab sich als Neunjährige aus – was aber offensichtlich nicht stimmte. Ihre Komplizin wurde mit Hilfe eines Fingerabdrucks entlarvt. Die 20-Jährige sei der Polizei schon bekannt. Sie soll bereits in anderen Städten in mehrere Wohnungen eingebrochen sein.
Da Festgenommene nur einen Tag in Gewahrsam bleiben dürfen – und Minderjährige überhaupt nicht, musste rasch ein Altersgutachten her, wie der Sprecher der Polizei sagte. Nun sollten beide noch am Dienstag vor den Haftrichter.
Die Identitäten waren aber noch immer unbekannt. Die Ermittler wollten anhand der Fingerabdrücke und mit Fotos auch bei anderen Behörden im Ausland nachforschen.
dpa/sei

