Berliner Tafel

„Eine Löffelspitze abgelaufener Joghurt tötet nicht“

Foto: Patrick Pleul / dpa

Jeder Verbraucher wirft in Deutschland jährlich durchschnittlich 82 Kilogramm Lebensmittel in den Müll. Eine Kampagne gegen Lebensmittel-Verschwendung soll jetzt zum Umdenken anregen.

Die Berliner Tafel hat zu einem bewussteren Umgang mit abgelaufenen Lebensmitteln aufgerufen. Nur weil das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht oder abgelaufen sei, müsse ein Lebensmittel nicht automatisch „in die Tonne getreten“ werden, sagte die Chefin der Berliner Tafel, Sabine Werth, dem Evangelischen Pressedienst (epd). In Berlin beginnt an diesem Mittwoch eine Kampagne gegen Lebensmittel-Verschwendung unter dem Motto „In den Topf statt in die Tonne“.

Werth betonte, es handele sich bei den Angaben auf den Lebensmittelverpackungen um die Mindesthaltbarkeit und nicht um das Verfallsdatum. Stattdessen sollten sich die Verbraucher auf ihre Sinne – Augen, Nase und Zunge – verlassen. „Es ist noch niemand gestorben, weil er eine Löffelspitze abgelaufenen Joghurt probiert hat“, sagte die Tafel-Chefin.

82 Kilogramm Lebensmittel landen pro Kopf und Jahr auf dem Müll

Durch einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln ergäben sich auch große Einsparmöglichkeiten für Familien. Es bringe oft nichts, große Gebinde von einem Produkt zu kaufen, nur weil der Preis dadurch niedriger werde. Wenn nicht alles gegessen und der Rest weggeschmissen werde, sei nichts gewonnen. Zugleich plädiert Werth für das Selberkochen: „Fertigprodukte sind unverhältnismäßig teurer als selber Gemachtes“, unterstrich sie.

Statistisch gesehen wirft jeder Verbraucher in Deutschland jährlich rund 82 Kilogramm Lebensmittel im Wert von etwa 235 Euro in den Müll. Den größten Anteil machen Obst und Gemüse aus, gefolgt von Brot und anderen Backwaren. An der Kampagne bis zum 6. Oktober beteiligen sich unter anderem der Hotel- und Gaststättenverband Berlin, die Berliner Tafeln, das Studentenwerk, aber auch Unternehmen wie Kaiser's Tengelmann und die Bäckerei Märkisches Landbrot. Auch prominente Köche sind vertreten.

( epd/chm )