Trauer in Berlin

Unternehmer und Mäzen Rafael Roth stirbt mit 79 Jahren

Rafael Roth ist im Alter von 79 Jahren in Berlin an Herzversagen gestorben. Das Jüdische Museum und die City West verlieren mit dem Milliardär einen großzügigen Unterstützer.

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Der Berliner Immobilienunternehmer und Milliardär Rafael Roth ist tot. Er starb in der Nacht zum Sonnabend im Alter von 79 Jahren an Herzversagen. Auch für Weggefährten überraschend, denn er hatte noch viele Pläne. Roth stammt aus einer bekannten jüdischen Familie. Er war geschieden und hinterlässt zwei Kinder.

Mit dem Tod von Rafael Roth verliert das Jüdische Museum Berlin einen bedeutenden Förderer und Mäzen aus den Gründungsjahren des Museums. „Wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet“, sagte W. Michael Blumenthal, Direktor der Stiftung Jüdisches Museum Berlin.

Durch eine großzügige Spende hatte Rafael Roth dem Jüdischen Museum Berlin die Einrichtung des Learning Centers ermöglicht. Ein Drittel der Besucher nutzte das multimediale und interaktive Angebot zur jüdischen Geschichte in Deutschland bis heute. Das Rafael Roth Learning Center wurde seit der Eröffnung beständig ausgebaut.

Auch die City West verliert mit Rafael Roth einen engagierten Mitstreiter. Rafael Roth, der auch eine Wohnung am New Yorker Central Park besaß, oft in Amerika war und dort viele Freunde hatte, wohnte am Kurfürstendamm. Aus seiner Penthouse Wohnung im 20-stöckigen Hochhaus im Zentrum des Kudamm-Karrees hatte er einen besonders guten Blick über die City Berlins.

Ohne ihn sei die multimediale Ausstellung „The Story of Berlin“ im Kudamm-Karree nie ermöglicht worden, erinnert sich ein Weggefährte Roths, Gottfried Kupsch, Immobilienexperte und Vorstandsmitglied der AG City. Auch die zwei Kudamm-Bühnen habe er unterstützt.

„Auf sein Wort konnte sich jeder absolut verlassen“

Rafael Roth hatte das Grundstück des Kudamm-Karees 1990 vom Land Berlin gekauft, als das zwischen 1969 und 1974 von Sigrid Kressmann-Zschach errichtete Ensemble aus Büros, Geschäften und Restaurants sowie dem Parkhaus an der Uhlandstraße in finanzielle Schieflage geraten war. Zwölf Jahre später hatte er es wieder verkauft, nur die Penthouse-Wohnung im Hochhaus behalten.

„Er hatte das ganze Objekt leer erworben, er hat es saniert, Fassaden und Fenster mussten bereits erneuert werden“, erinnert sich Gottfried Kupsch, der bereits in den 70er-Jahren mit Rafael Roth beruflich zusammenarbeitete, als es um einen Neubau für die Technische Universität an der Franklinstraße in Charlottenburg ging. Vorher habe Roth viele Projekte in München realisiert. Seine spezielle Methode sei es gewesen, sich immer nur auf ein Projekt zu konzentrieren, niemals mehrere zusammen, sagt Kupsch. Das habe sich bewährt.

„Ich habe von Rafael Roth viel gelernt. Er war ein ausgesprochen fairer Mensch. Auf sein Wort konnte sich jeder absolut verlassen“, erinnert sich Kupsch. Rafael Roth habe immer gesagt, Deutschland sei eine der demokratischsten Gesellschaften in der Welt. Und speziell in Berlin stelle jemand nicht wegen seines Geldes etwas dar, sondern wegen seiner Persönlichkeit. Dass in der Paris Bar der Milliardär gleich neben dem Schauspieler sitzt, habe Rafael Roth immer sehr zu schätzen gewusst, sagte Kupsch.

Geboren wurde Rafael Roth in Prenzlauer Berg. Die Eltern emigrierten nach Israel, wo Roth später als Pilot in der Luftwaffe diente. Nach seiner Rückkehr nach Berlin stieg er zu einem der erfolgreichsten Unternehmer der Stadt auf.

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