Am Flughafen Tegel sind am frühen Dienstagmorgen offenbar Gefahrstoffe ausgetreten. Nach aktuellen Erkenntnissen wurden dabei vier Flughafen-Mitarbeiter leicht verletzt. Zunächst hatte es geheißen, sechs Menschen seien betroffen gewesen.

Nach dem Entladen einer Air-Berlin-Maschine hatten die Mitarbeiter des Bodenpersonals über Atemwegsreizungen geklagt, teilte die Feuerwehr mit, die mit 30 Kräften im Einsatz war. Kurz nach 8 Uhr war der Alarm eingegangen.

Die Reizungen seien aufgetreten, als die Mitarbeiter die Frachtklappe der Maschine öffneten, die aus Oslo eingetroffen war, sagte Flughafen-Sprecher Lars Wagner. Vier Mitarbeiter seien danach ins Krankenhaus gekommen. „Die Passagiere waren schon nicht mehr an Bord, als die Klappe geöffnet wurde“, so Wagner.

Fracht war möglicherweise nicht richtig gesichert

Laut Feuerwehr wurde zunächst intensiv nach der Quelle der Gase gesucht. Später sagte Flughafen-Sprecher Wagner, die Quelle sei nun gefunden. Im Frachtbereich neben den Koffern der Passagiere habe sich sogenannte Beiladefracht befunden, in der sich ein ordnungsgemäß angemeldeter und deklarierter „alkalischer Feststoff“ befunden habe. Dabei handelte es sich um Alkaloidsalze.

Alkaloide sind Pflanzenstoffe aus Kohlen-, Wasser- und Stickstoff, die zusammen mit Säuren Salze bilden. Sie werden unter anderem in Medikamenten verwendet.

Es sei üblich, dass Stoffe dieser Art in der zivilen Luftfahrt befördert werden, hieß es. Die Fracht sei jedoch in Oslo offenbar nicht ordnungsgemäß gesichert worden, so dass während des Fluges ein Behälter vermutlich beschädigt wurde und die Dämpfe ausströmen konnten. Möglicherweise habe sich im Frachtraum einer der etwa 30 Behälter in Schuhkarton-Größe gelöst.

Dagegen hieß es bei Air Berlin, bei Ankunft des Flugzeuges sei keine beschädigte Ladung festzustellen gewesen.

Der Flugbetrieb war laut Flughafen durch den Vorfall nicht beeinträchtigt. Der Einsatz der Feuerwehr war um 9.20 Uhr beendet. Das Kommissariat für Umweltdelikte hat die Ermittlungen übernommen.

plet/alu/cbr