An Selbstbewusstsein mangelt es der Internationalen Funkausstellung nicht: „Wir sind eines der Top Ten, wenn nicht sogar eines der Top Five Medienevents der Welt. Wir spielen in einer Liga mit der Fußballweltmeisterschaft, dem Super Bowl und den Olympischen Spielen", sagte der Geschäftsführer der Messe Berlin, Christian Göke, bei der Eröffnungspressekonferenz am Mittwoch und bezog sich damit auf 6000 Journalisten aus 17 Ländern, die sich für die diesjährige Ifa akkreditiert haben.
Bereits zum 53. Mal öffnet die Messe für Unterhaltungs- und Gebrauchselektronik am Freitag für Fachbesucher und Verbraucher. Ingesamt 1493 Händler sollen vom 6. bis zum 9. September auf dem Gelände der Messe Berlin ihre Produkte präsentieren. „Dieses Jahr gibt bei der Ifa mehr globale Produktvorstellungen als je zuvor“, sagte der Direktor der Fachmesse, Jens Heithecker: „Damit haben wir uns in den letzten Jahren zur globalen Leitmesse für Consumer Electronics und Elektro-Hausgeräte entwickelt.“ 1963 wurde auf der Ifa der erste Kassettenrekorder gezeigt. 1999 der erste Mp3-Spieler. „Dieses Jahr wird die erste Smartwatch vorgestellt“, sagte Göke auf der Pressekonferenz. Außerdem neu vorgestellt würden 3D Drucker und gebogene Fernseher.
Westeuropäer kaufen weniger Haushaltsgeräte
Der Verkauf von Fernsehempfangsgeräte geht nach einer Studie der Gfk Marktforschung seit 2012 europaweit zurück. Im ersten Quartal 2013 wurden 6Prozent und im zweiten Quartal 14Prozent weniger TV-Geräte verkauft, als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Auch der westeuropäische Markt für Haushaltsgroßgeräte entwickelt sich laut der Studie aktuell rückläufig. Dennoch bleibe er aber wertmäßig nahezu stabil, da das Thema Ressourcenschonung die Kaufentscheidung der Konsumenten beeinflusse und somit häufiger höherwertige Geräte gekauft würden.
Zudem wächst der Online-Handel. In Westeuropa wurden im ersten Halbjahr 2013 insgesamt 21Prozent mehr Elektrogeräte über das Internet erworben, als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs. Ein Wachstum erlebt hier insbesondere der Absatz von Kaffee- und Espressomaschinen, wobei Deutschland das bedeutendste Wachstumsland darstellt. Die weltweite Nachfrage nach Smartphones sei zudem auf einem Rekordniveau. Von Januar bis Juni 2013 seien 66 Prozent mehr Smartphones verkauft worden, als im gleichen Zeitraum 2012. „Wenn der Konsument vor der Entscheidung steht, kaufe ich ein neues Auto oder ein neues Smartphone, fällt die Entscheidung immer zu Gunsten des Smartphones aus“, kommentierte Göke die Verkaufszahlen.
Die Marktentwicklungen sollen auf der Ifa durch eine besondere Konzentration auf Trends wie Energie-Effizienz und Nachhaltigkeit sichtbar werden. Dem stagnierenden Absatz bei den TV-Geräten tritt die auf der Ifa startende Brancheninitiative „Smarter Fernsehen“ entgegen. Dem Verbraucher sollen die Vorteile eines Internetfähigen Fernsehers näher gebracht werden.


