In Berlin und Hamburg haben Polizisten am Mittwochmorgen die Wohnungen von mehreren Islamisten durchsucht. Dem zuvorgegangen waren Durchsuchungsbeschlüsse des Amtsgerichts Tiergarten.

Hintergrund des um 6.00 Uhr beginnenden Einsatzes war ein Ermittlungsverfahren wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat.

Demnach sind die Beschuldigten seit 2012 dringend tatverdächtig, im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet lebende Personen mit größeren Geldsummen finanziell unterstützt zu haben.

Dschihad gegen Deutschland

Die Begünstigten hatten sich einer dort operierenden dschihadistischen Gruppierung angeschlossen, welche die Bundesrepublik Deutschland unter Einsatz von Waffen bekämpfen will.

Bei den Verdächtigen handelt es sich um zwei Frauen im Alter von 24 und 48 Jahren sowie zwei 23- und 27-jährige Männer.

Die Durchsuchungen in Gesundbrunnen und Wedding sowie im Hamburger Stadtteil Jenfeld führten zum Auffinden von Geld und elektronischen Speichermedien, welche auf Hinweise zum Geldfluss nach Pakistan ausgewertet werden. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Berlin und des Polizeilichen Staatsschutzes des Landeskriminalamtes dauern an.

Friedrich warnt vor islamistischen Rückkehrern

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat vor der Rückkehr von islamistischen Kämpfern aus Syrien gewarnt. Aus Deutschland seien etwa 120 Personen, aus Europa mehr als 1000 in das Bürgerkriegsland gereist, auch um an den Kämpfen dort teilzunehmen. „Die potenzielle Bedrohung, die wir dort haben, ist enorm“, sagte Friedrich am Mittwoch in Berlin.

Ob und wie dies Deutschland betreffe, sei noch nicht abzusehen. Bereits vor einigen Wochen hatte das Bundesamt für Verfassungsschutz vor einer weiteren Radikalisierung der islamistischen Szene in Deutschland gewarnt. Konkrete Hinweise, dass Rückkehrer aus Syrien Terroranschläge in Deutschland planten, gebe es aber derzeit nicht.

BM/dpa