In einer Anwalts- und Steuerberatungskanzlei im Berliner Westend hat sich offenbar ein tragisches Familiendrama ereignet. Der Inhaber, der die Kanzlei mit seiner Ehefrau betreibt, wurde am Montagnachmittag in seinem Büro niedergeschossen und starb später in einem Krankenhaus.
Die Polizei nahm wenige Stunden danach die 16 und 18 Jahre alten Söhne des 49-Jährigen im Wohnhaus der Familie fest. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei kommt einer von ihnen als Täter in Frage. Die Hintergründe der Tragödie sind noch unklar. Die 5. Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen.
Die Bluttat hatte sich nach ersten Erkenntnissen der Polizei gegen 14.30 Uhr ereignet. Ein junger Mann betrat die Kanzlei in dem repräsentativen Altbau, zog in den Büroräumen eine Waffe und feuerte mehrere Schüsse auf einen Mann ab, bei dem es sich nach Informationen der Berliner Morgenpost um den 49 Jahre alten Ingo W. handelt.
Der Mann brach schwer verletzt zusammen, der Schütze flüchtete. Drei Angestellte, die sich zu diesem Zeitpunkt ebenfalls in der Kanzlei aufhielten, blieben nach Angaben eines Polizeisprechers unverletzt.
Ingo W. erlag seinen Verletzungen
Die Augenzeugen hatten Rettungskräfte alarmiert, schon wenig später traf ein Rettungswagen ein. Ein Notarzt reanimierte den schwer verletzten Steuerberater, um das Opfer auf einen Transport in die Klinik vorzubereiten. Anschließend fuhr das Fahrzeug mit Blaulicht in das Rudolf-Virchow-Krankenhaus der Charité in Wedding. Doch die Schussverletzungen waren zu schwer, Ingo W. erlag schon kurz darauf seinen Verletzungen. Seine gleichaltrige Frau hielt sich nach Morgenpost-Informationen zur Tatzeit nicht in der Kanzlei auf.
In der Zwischenzeit hatte die Polizei das Gebäude umstellt, ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei rückte an. Zunächst war unklar, ob sich der Täter noch in dem Haus aufhielt, in dem sich die Anwalts- und Steuerkanzlei befindet.
Während sich die schwer bewaffneten Elitepolizisten auf einen möglichen Zugriff vorbereiteten, spielten Kinder nichts ahnend auf dem Hof einer dem Tatort gegenüberliegenden Schule.
In ersten Ermittlungen stellte sich heraus, dass es sich bei dem Schützen um einen der beiden Söhne des Opfers, Tim und Manuel (Namen geändert),handeln könnte. Kurz nach 17 Uhr gelang den SEK-Beamten die Festnahme der Brüder. Sie wurden zur Vernehmung in die Keithstraße gefahren, wo sie anschließend von Ermittlern der 5. Mordkommission vernommen werden sollten.
Hinweise auf ein Motiv für die Schüsse im Westend sind offiziell noch nicht bekannt. Im Umfeld der Juristenfamilie war zu erfahren, dass es angeblich Eheprobleme zwischen den Eltern der tatverdächtigen Söhne gegeben haben soll. Ob sie Auslöser für die Tat gewesen sein könnten, war jedoch unklar.
Der ältere der beiden Söhne, Tim L., hat erst vor wenigen Wochen sein Abitur am Französischen Gymnasium in Tiergarten bestanden. Wie die Berliner Morgenpost weiter erfuhr, wollte der 18-Jährige künftig Berlin den Rücken kehren und in Frankreich leben. Auch diese Pläne sollen innerhalb der Familie zu heftigen Konflikten geführt haben.














