Bundesliga

Bezahlsender Sky will sich mit Gastwirten über Gebühren einigen

Die Verträge der Gastwirte mit dem Bezahlsender Sky Deutschland, der die Bundesliga überträgt, laufen bis 1. September weiter. Nun arbeiten Berliner Wirte und Sky an einer Lösung für die Zeit danach.

Foto: DANIEL ROLAND / AFP

Zumindest vorerst müssen Fußball-Fans keine Angst haben, ein Bundesliga-Spiel der neuen Saison in ihrer Kneipe zu verpassen. Die Verträge der Gastwirte mit dem Bezahlsender Sky Deutschland, der die Bundesliga überträgt, laufen bis 1. September weiter. Bis dahin werden die Spiele übertragen. Nun arbeiten Berliner Wirte und Sky an einer Lösung für die Zeit danach.

Kneipiers protestieren

Zahlreiche Kneipiers in Deutschland protestieren gegen die angekündigte neue Preisgestaltung von Sky. Bisher hatte der Bezahlsender die Gebührenordnung allein danach errechnet, wie groß ein Lokal ist. Ab kommendem Monat will der Sender weitere Faktoren wie die Umgebung der jeweiligen Kneipe mit seiner Wirtschaftskraft und Attraktivität einbeziehen. Viele Gaststätten erwarten daher starke Preissteigerungen für das Zeigen von Bundesliga-Spielen. So soll der Berliner Wirt Joachim Mühle vom „Gasthaus Valentin“ ab September statt bisher 270 Euro rund 480 Euro zahlen. Eine Preissteigerung von fast 80 Prozent. Ende letzten Monats hatte Mühle sich deshalb mit 50 weiteren Berliner Wirten darauf verständigt, die Verträge mit Sky vorerst zu kündigen.

Von den 17 offiziellen Hertha-Fantreffs seien bisher 15 von der neuen Gebührenordnung betroffen, sagt ihr Sprecher, der Gastwirt Klaus Becker. Drei davon hätten daraufhin ihre Sky-Verträge gekündigt. Sie seien dann aber vom Sender kontaktiert worden und hätten individuell neue Verträge ausgehandelt, zu deutlich besseren Konditionen als die ursprünglich vorgesehenen Preissteigerungen.

Undurchsichtige Preisstruktur durch individuelle Verträge

Für zwei Monate seien den Kneipiers die Gebühren erlassen worden, ihre reale Preissteigerung habe rund 25 Prozent betragen. Um eine bessere Verhandlungsposition zu erreichen, wirbt Becker für einen Informationsaustausch unter den Betroffenen.

Joachim Mühle hat sich mit seinen 50 Kollegen darauf verständigt, vor Annahme eines neuen Vertrages mit Sky zuvor das Gespräch untereinander zu suchen. Er kritisiert Sky für die „undurchsichtige Preisstruktur“, die durch die individuellen Verträge entstünde. Relativ gleiche Gaststätten würden so jeweils verschiedene Preise zahlen.

Sky findet neues Preissystem fairer

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) verhandelt für seine Mitglieder seit dem 2. August mit Sky über das neue Preismodell. Zu den Gesprächen äußere man sich nicht, sie verliefen aber „konstruktiv“, so Dehoga-Pressesprecher Benedikt Wolbeck.

Ganz anders als die Gastwirte sieht Sky-Pressesprecherin Britta Krämer die neue Gebührenordnung. Sie sagt: „Das alte Preissystem war nicht so fair wie das neue.“ So gäbe es in wirtschaftlich schwächeren Nachbarschaften auch Preisnachlässe für Gastwirte. Ohnehin halte sich die Zahl der Kündigungen in Grenzen. Kneipiers, denen die neue Preisgestaltung Probleme bereite, stehe man aber für Gespräche zur Verfügung.

Sky begründete die Gebührenerhöhung damit, dass die Wirte durch die Live-Übertragung von Bundesliga- oder Champions-League-Spielen Umsatzsteigerungen erzielen würden. Daran will das private Unternehmen partizipieren.