Mit der „Berliner Erklärung Organspende“ will die Hauptstadt zum Vorbild in Sachen Transparenz und Aufklärung bei Organtransplantationen werden. Am Donnerstag unterzeichnete ein breites Bündnis von Vertretern aus Politik, Medizin und Verbänden eine entsprechende Vereinbarung, die über die Regelungen des bundesweiten Transplantationsgesetzes hinausgeht. Damit soll in der Hauptstadt auch für mehr Organspenden geworben werden.

„Das verloren gegangene Vertrauen gewinnen wir nur zurück, wenn wir ein System schaffen, das von der Beratung der Angehörigen des Organspenders bis zur Nachkontrolle des Organempfängers transparent und nachvollziehbar ist“, betonte Heiko Thomas, gesundheitspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion, auf die die Initiative zurückgeht. „Klare Leitplanken des Patientenschutzes müssen das Vertrauen in die Organtransplantation stärken“, ergänzte sein Kollege Thomas Isenberg von der SPD-Fraktion.

So soll das Mehraugenprinzip, das in Berlin bei der Transplantationsentscheidung üblich ist, gestärkt werden. Auch Prüfberichte sollen veröffentlicht sowie Chefarzt-Aufschläge und Doppelmitgliedschaften in Entscheidungsgremien vermieden werden. Ein Beirat wird das Berliner System regelmäßig unter die Lupe nehmen und Verbesserungsvorschläge machen. Auch in Baden-Württemberg war im Juni ein ähnliches Aktionsbündnis auf Landesebene gegründet worden.

dpa/alu